Für die meisten Ausflüge ab München muss man einen ganzen Tag einplanen, da alleine die Anfahrt ein bis zwei Stunden in Anspruch nehmen kann. Und je mehr Schlösser, Dörfer und Sehenswürdigkeiten man im Umland schon gesehen hat, desto weiter muss man fahren, um etwas Neues zu entdecken – sollte man meinen. Doch nur ca. 40 Autominuten von München entfernt befindet sich der Wallfahrtsort Mariabrunn, dessen Wasser eine heilende Wirkung nachgesagt wird.
Vom Weltruhm in die Vergessenheit
Im Jahre 1662 hackte Stephan Schlairböck in einem Wald nichtsahnend Holz und verrichtete seine tägliche Arbeit. Als in der Durst überfiel, entdeckte er eine kleine sprudelnde Quelle und trank davon. In der folgenden Woche trank er immer wieder von dem Wasser und stellte alsbald fest, dass die Schmerzen seines Bruchleidens verschwanden, die ihn 18 Jahre lang gequält hatten. Überzeugt, dass das Wasser Grund für diese Heilung war, brachte er ein Marienbild an der Quelle an. Die Heilwirkung des Wassers sprach sich schnell herum und fortan pilgerten die Menschen in Scharen nach Mariabrunn. Schließlich errichteten sie 1669 die Wallfahrtskirche Maria Verkündigung und ein Jahr später das Badehaus.
Die Doktorbäuerin Amalia Hohenester erwarb das Badehaus 1863 und ließ es ausbauen. Damit begann die Hochzeit von Mariabrunn, in der sich Adelige aus ganz Europa wie die österreichische Kaiserin Sisi mit dem Quellwasser im Wallfahrtsort behandeln ließen. Zusätzlich kamen verschiedene Kräuter und Tees zum Einsatz, mit denen Hohenester Linderung versprach. Zeitweise beschäftigte sie bis zu 80 Mitarbeitende in der Kuranlage. Der Erfolg für Mariabrunn hielt aber nur 15 Jahre an, denn dann starb Hohenester.
Kraft tanken in Mariabrunn

Die Wallfahrtskirche Maria Verkündigung versteckt sich im Wald zwischen Röhrmoos und Ampermoching. Die barocke Rundkirche befindet sich heute in Privatbesitz, weshalb ihr sie nicht vollständig betreten könnt. Ihr könnt jedoch an das Türgitter treten und hineinblicken, sodass ihr den prächtigen Hochaltar und die reich verzierten Kunstwerke betrachten könnt. Auch von außen macht der kleine runde Bau mit der Laterne auf dem Dach etwas her, auch wenn er nicht so imposant sein mag, wie etwa die Wallfahrtskirche Wies in Steingaden. Vor der Kapelle liegt das ehemalige Brunnenhäuschen, das heute von Efeu überwuchert wird. Der Brunnen gibt heute noch Wasser und ihr könnt davon trinken. Und wer weiß, vielleicht heilt er ja tatsächlich eure Leiden.
Im Anschluss an euren Abstecher bei der Kirche könnt ihr in der Schlosswirtschaft Mariabrunn einkehren. Sie verfügt über einen großzügigen Biergarten, Platz für bis zu 800 Personen bietet und von April bis September offen ist. Das Lokal serviert euch bayerische Küche mit jahreszeitlich wechselnden Speisen. Ihr könnt aber natürlich auch eure eigene Brotzeit mitbringen. Entspannt euch unter den Bäumen und genießt die Natur, während sich die Kinder auf dem zugehörigen Waldspielplatz austoben.