In Bayern findet ihr so manche Kirche, von der die eine oder andere zum Wallfahrtsort avancierte, wie etwa die UNESCO-Kirche in Steingaden oder die Kapelle Mariabrunn bei Dachau. Mariabrunn ist mit seinen 34 Kilometern schon sehr nah bei München, wenn ihr aber eine noch geringere Distanz zurücklegen möchtet, solltet ihr einen Besuch in Planegg planen. Hier befindet sich im Augustinerkloster die Wallfahrtskirche Maria Eich, bei der der Name Programm ist, denn sie umschließt einen Baum. Solltet euch der Sinn wieder einmal nach Waldbaden stehen, dann ist Maria Eich eine gute Adresse für euch.
Der Baum in der Kirche

Zu Beginn der 1710er Jahre stellten die Brüder Franz und Kaspar Thallmayr aus Planegg ein Marienbild in eine hohle Eiche. Etwa 20 Jahre später entstand die Wallfahrt, als eine Tagelöhnerin in Planegg sich von ihrer Krankheit erholte. Um die Hilfesuchenden unterbringen zu können, baute man eine Hütte um die Eiche mit den Marienbild herum und brachte die Menschen dort unter. Aus dieser Hütte entstand schließlich eine Kirche. Ab 1953 war der Augustinerorden in Planegg tätig und baute die Anlage um die Kirche herum zum Kloster aus.
Ursprünglich verfügte die Kirche über ein Loch im Dach, durch welches die Eiche hinaus in Freie wuchs. Nachdem 1805 ein Blitz in die Krone des Baums schlug, trug man diese ab und schloss das Dach. Der Stamm der Eiche befindet sich aber noch immer in der Kapelle und befindet sich sichtbar hinter Glas hinter dem Hochaltar.
Auf dem Kreuzweg nach Maria Eich

Im 19. Jahrhundert gab es einen Kreuzweg, der von Sendling nach Planegg führte und bei der Maria Eich endete. Später gab man ihn auf und führte stattdessen einen neuen Kreuzweg von Locham zum Wallfahrtsort, doch auch dieser existiert heute nicht mehr. Der fehlende Kreuzweg hielt den ehemaligen Sprecher der Wiesnwirte, Willy Heide, jedoch nicht davon ab, jedes Jahr nach Maria Eich zu pilgern, eine Votivkerze zu stiften und um gutes Wetter für die Wiesn zu bitten. Nach seinem Tod 2011 führt seine Familie diese Tradition bis heute fort.
Auch hier könnt in etwa drei Stunden zu Fuß von München aus nach Maria Eich pilgern, oder ihr setzt euch in die S-Bahn und seid nach ca. 20 Minuten schon da. Neben der Wallfahrtskirche begrüßt euch hier der 40 Hektar umfassende Klosterwald, der etwa 50 verschiedene Eichenarten umfasst, welche bis zu 300 Jahre alt sind. Neben einem Besuch in der Kapelle könnt ihr hier zwischen den Bäumen spazieren, euch auf einer der Bänke niederlassen und die Ruhe genießen. Im Seelengärtlein könnt ihr wortwörtlich die Seele baumeln lassen und den Klängen der Natur lauschen. Durch die Lage im Würmtal ist Maria Eich auch der ideale Ausgangspunkt für größere Wanderungen oder Radtouren. Das Augustinerkloster lädt außerdem regelmäßig zu Konzerten ein. Wenn ihr dafür aber nicht eigens aus der Stadt fahren wollt, könnt ihr stattdessen auch ein romantischen Konzert bei Kerzenlicht in München besuchen.
📍 Ort: Zu Maria Eich 1, 82152 Planegg
🕐 Öffnungszeiten: Mo-Sa 07:45 bis 18 Uhr, So 08 bis 18 Uhr