In Bayern gibt es so einige Kloster mit prächtigen Kirchen zu entdecken, wie die Anlage in Fürstenfeldbruck mit dem „bayerischen Escorial“ oder das Kloster Baumburg mit seiner Rokokoperle St. Margaret. Neben Prunkt und Protz gab es aber auch Mönche, die ganz bescheiden lebten und sich auf das Nötigste beschränkten. Das Klösterl bei Kelheim, ehemals das Kloster Trauntal, ist ein Beispiel für eine solche Einrichtung, die zeigt, dass weniger manchmal mehr ist. Denn gerade weil die Menschen hier so bescheiden und zurückgezogen lebten und sich bloßen Felshöhlen niederließen, fasziniert der Ort bis heute.
Die Höhlenbrüder

Wer an ein Kloster am Donaudurchbruch denkt, hat natürlich sofort das Kloster Weltenburg im Kopf. Früher gab es hier aber noch eine Niederlassung eines anderen geistlichen Ordens, dessen Überreste eine spannende Geschichte erzählen. So entdeckte im Mittelalter der Franziskanerbruder Antonius 18 Höhlen in den Felsenschluchten der Weltenburger Enge an der Donau. Er beschloss sich hier niederzulassen und ein einfaches Dasein zu fristen. Zu diesem Zweck richtete er sich nicht nur häuslich ein, sondern schuf auch eine Kapelle, die er auf den Heiligen Nikolaus weihte.
Antonius sollte jedoch nicht lange alleine bleiben, denn andere Brüder schlossen sich ihm alsbald an. Lange hielten sie es im sogenannten „Bruderloch“ jedoch nicht aus, da durch die Nähe zur Donau Überschwemmungsgefahr drohte und die Höhlen zu feucht waren. 1471 verlegte man das Franziskanerkloster schließlich nach Kelheim. Trotzdem blieb das Kloster Trauntal im Besitz des dritten Franziskanerordens, bis es im Zuge der Säkularisation 1802 aufgelöst wurde.
Das Klösterl heute
Seit 1880 befindet sich im Kösterl, wie das Kloster Trauntal im Volksmund genannt wird, ein Wirtshaus. Hier gab es bayerische Hausmannskost sowie leckere Kuchen zu essen und bei schönem Wetter konntet ihr draußen im idyllischen Biergarten sitzen. Früher gab es im „Goldofen“ einen weiteren Bierausschank: In dieser Höhle im nördlichen Teil des Areals sollen die Mönche versucht haben, Gold aus dem Donausand zu gewinnen. Auch einen Brunnen wollten sie hier anlegen, woran sie jedoch scheiterten.
Weitere Teile des Klösterls sind die Wohnhöhlen der Brüder, die Nikolauskapelle sowie die Höhlenkirche. Letztere entstand wohl im 17. Jahrhundert und ist eine der wenigen Felsenkirchen Europas mit einem natürlichen Dach. Zu einer Seite hin schließt sie mit Wand ab, die verwitterte Fresken zieren und über der eine Terrakottafigur des Heiligen Nikolaus thront. Lange Zeit war die Kirche unzugänglich, bis Hermann Riemann es kaufte und wieder für ein breites Publikum öffnete. Leider musste er es aus gesundheitlichen Gründen wieder schließen und sucht derzeit nach einem Käufer. Noch ist die Zukunft der Anlage ungewiss, aber vielleicht könnt ihr sie ja schon bald persönlich besuchen.