München ist immer wieder für eine Überraschung gut. Selbst nach Jahren und Jahrzehnten in der Stadt, stolpert man immer wieder über Orte, die man zuvor nicht kannte – selbst wenn sie direkt vor der eigenen Nase liegen. So gilt der Rosengarten an der Isar selbst unter Einheimischen noch als Geheimtipp und nur die wenigstens waren schon einmal in der Einsiedelei im Olympiapark. Ein weiteres Beispiel für solch einen versteckten Spot mitten in einer belebten Umgebung, ist der Kabinettsgarten der Residenz. Wenn ihr euch nach einem ruhigen grünen Fleck mitten in der Innenstadt sehnt, ist dies der ideale Rückzugsort für euch.
Der geheime Garten der Residenz

Die Residenz ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Münchens, an der tagtäglich zahllose Passanten vorbeiziehen. Trotz ihrer Berühmtheit verbirgt sich in ihr noch so manches Geheimnis, das sich nicht sofort erspähen lässt. Während ihr auf einer Tour durch das Innere das versteckte Herzkabinett von Prinzessin Adelheid entdeckt, könnt ihr draußen im Kabinettsgarten die Ruhe genießen. Dieser entstand im 19. Jahrhundert zwischen Cuvilliéstheater und Allerheiligen Hofskriche und war nach Osten zum Marstallplatz hin mit einer Mauer begrenzt. In dieser Mauer befindet sich eine schmale Öffnung, durch die ihr den Garten auch heute noch betreten könnt.
Hattet ihr diese Öffnung erspäht und durchschritten, breitete sich vor euch auf 1.000 m² ein Garten mit Grünfläche und Springbrunnen im Zentrum aus. Vier Linden und ein Laubengang komplettierten das Bild. Doch mit der Zeit kümmerte sich niemand mehr um den Kabinettsgarten und er verwilderte. Schon bald begann man, ihn als Gemüsegarten und als Hühnerhof zu nutzen. 2002 entschloss sich das Finanzministerium schließlich, den Garten wieder auf Vordermann bringen und umbauen zu lassen. Peter Kluska entwarf die heutige Anlage, die 2003 fertiggestellt und öffentlich zugänglich gemacht wurde. Seither ist der Kabinettsgarten ein Kleinod inmitten von München, das selbst vielen Einheimischen nicht bekannt ist.
Der Kabinettsgarten als Ruheoase
Wer in der Münchner Innenstadt nach einem grünen Fleckchen sucht, der findet sich schnell im Hofgarten der Residenz wieder. Der Kabinettsgarten findet dagegen wenig Beachtung, was ihn zum perfekten Spot macht, um etwas Ruhe zu tanken. Die Öffnung in der Mauer existiert nach wie vor und ist heute ein kleines Tor. Darüber hinaus gibt es mittlerweile auch eine Freitreppe, die vom Inneren der Residenz in den Hof führt. Diese könnt ihr sowohl von der Kirche, vom Theater als auch vom Brunnenhof erreichen. Falls ihr also beim diesjährigen Open-Air Sommer dabei seid, könnt ihr euren Besuch dort mit einem Abstecher in den Kabinettsgarten verbinden.
Einen Springbrunnen gibt es hier heute immer noch und den ihr über einen Weg erreicht, den zwei Wasserbecken säumen. Bäume sorgen für Schatten und die Rosenstöcke blühen im Juni und Juli herrlich auf. Überall stehen Bänke, auf denen ihr euch niederlassen könnt, um die entspannte Atmosphäre einzusaugen. Falls im Hofgarten wieder einmal kein Platz frei ist und euch vor dem Nationaltheater zu viel Trubel herrscht, dann kommt in den Kabinettsgarten und schaltet für einen Moment ab.