Von München aus gibt eine schier endlose Anzahl an sehenswerten Ausflugszielen, die ihr auf einem Tagestrip entdecken könnt. Ob Berge, Städte, Seen oder Schluchten, in Bayern wird euch sicher nicht langweilig. Wenn ihr aktuell auf der Suche nach eurem nächsten Ziel seid, dann ist die Höhlenburg Luegstein vielleicht etwas für euch. Diese Felshöhle im Chiemgau ist vor allem als Grafenloch bekannt und eignet sich perfekt für eine kleine sommerliche Wanderschaft, die ihr mit einem Badeausflug kombinieren könnt.
Die sagenumwobene Höhle

Das Grafenloch entstand wohl im 11. Jahrhundert durch Ritter der Grafen von Falkenstein und war vermutlich eine Vorgängeranlage zur Auerburg. Ihr Eingang befindet sich in 640 Metern Höhe und sie reicht etwa 19,5 Meter tief in den Felsen hinein. Die Ritter bewohnten die Höhlenburg auf zwei Stockwerken, welche durch eine Mauer von der Außenwelt abgetrennt waren. Überreste der Mauer sowie des Torbogen am Eingang könnt ihr heute noch erkennen.
Wie auch um die Höhlenburg Stein an der Traun rankt sich um das Grafenloch eine alte Sage. Eine Wahrsagerin soll einem jungen Auer Grafen seinen Tod durch einen Blitzschlag vorhergesagt haben. Zunächst gab er nicht viel auf ihre Worte, doch als ein Blitz den Turm seiner Burg traf, flüchtete er sich in die Höhlenburg Luegstein. Dort wähnte er sich zunächst in Sicherheit, doch eines Tages zog plötzlich ein Gewitter aus, als er sich außerhalb der Höhle befand. Als er gerade dabei war, die Leiter zu erklimmen und sich in Sicherheit zu bringen, erwischte ihn der Blitz und er kam um. Angeblich soll man an dieser Stelle heute noch entsprechende Spuren an der Felswand erkennen sollen.
Abstecher beim Grafenloch
Unweit vom Grafenloch liegt der Luegsteinsee, in dem ihr an warmen Sommertagen baden könnt. Ihr könnt euren Badetag am See mit einem Besuch in der Höhlenburg kombinieren, die über dem See liegt. Oder ihr macht euch auf längere Tour und wandert den Auer Höhlenweg entlang, an welchem sich das Grafenloch befindet. Das Grafenloch selbst könnt ihr nur über eine 4 Meter hohe Leiter betreten, ihr solltet also schwindelfrei sein.
Nach dem Aufstieg werdet ihr dafür mit einem fantastischen Blick über das Inntal und auf das Kaisergebirge belohnt. Durch die hohen Decken kommt kein Beklemmungsgefühl auf und ihr könnt in aller Ruhe die Felswände studieren. Mit Glück könnt ihr hier auch die eine oder andere Eidechse entdecken, bevor ihr euch wieder auf den Weg hinab begebt.