Wenn ihr wieder einmal Lust auf einen Ausflug ins Grüne habt, euch die teilweise langen Anfahrtswege aber abschrecken, dann solltet ihr euch im Münchner Umland genauer umsehen. Hier gibt es ebenfalls zahlreiche lohnenswerte Ziele, die ihr innerhalb kürzester Zeit erreichen könnt, wie etwa den Georgenstein oder die Maisinger Schlucht. Habt ihr an letzterer Gefallen gefunden, solltet ihr unbedingt einmal einen Abstecher im Gleißental machen. Hier wandert ihr unter schattigen Bäumen vorbei an einigen spannenden Wegpunkten und werdet am Ende mit einem schönen Moorsee belohnt, in dem ihr euch abkühlen könnt.
Von Räubern und Wikingern

Das Gleißental entstand am Ende der Würmeiszeit als Abflussrinne für Schmelzwasser des Idar-Loisach-Gletschers. Mit der Zeit trocknete es aus und entwickelte sich so zum Trockental. Der Abfluss des Deininger Weihers am Südende versickert nach ein paar hundert Metern in der Schlucht. Im Gleißental liegt ein reiches Nagelfluhvorkommen, weshalb der hiesige Steinbruch, in dem u. a. auch Nagelfluh für den Bau der Frauenkirche abgebaut wurde.
Dieser Steinbruch verwandelte sich für den Film “Das Wirtshaus im Speesart” von 1958 zu einem Räuberlager. Darüber hinaus entstand hier auch eine Szene für “Wickie auf große Fahrt”, der außerdem auch am Walchensee spielt. Der Steinbruch ist heute frei zugänglich, sodass ihr euch hier in Ruhe umsehen könnt. Es gibt noch weitere Steinbrüche rund um das Gleißental, diese sind aber größtenteils überwuchert.
Durch das Gleißental zum Moorsee

Möchtet ihr das Gleißental durchwandern, dann startet am besten in Deisenhofen von Norden aus. Durch einen Tunnel unterquert ihr den Bahndamm und gelangt von hier direkt in die ehemalige Abflussrinne. Bald darauf kommt ihr zur Römerstraße Via Julia, die das Tal kreuzt und heute ein beliebter Fernradweg ist. Auf der 8 Kilometer langen Wanderung von Norden nach Süden kommt ihr außerdem an mehreren Keltenschanzen vorbei, die viereckig auf dem Boden zu erkennen sind.
Am Ende des Gleißentals erreicht ihr schließlich den Deiniger Weiher. Diesen könnt ihr umrunden und dabei die Augen nach Schildkröten offenhalten, falls ihr euch noch weiter die Beine vertreten wollt. An heißen Tagen könnt ihr hier Abkühlung suchen, wobei euch die Bäume im Gleißental gut vor der Sonne schützen. Habt ihr keine eigene Brotzeit dabei, kehrt ihr beim allseits beliebten Waldhaus ein und genießt alpenländische Küche, entweder im Innenraum oder draußen im Biergarten.