Monatelang zog sich der Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Verdi und den Arbeitgebern, bei dem es u. a. um höheren Löhne für die Angestellten ging. Ganze sechs ÖPNV-Streiks zog dies in München nach sich, der letzte am Dienstag, den 14. April. Nun erzielten beide Parteien eine Einigung im Tarifkonflikt in Bayern, die Nutzende des öffentlichen Nahverkehrs vorsichtig optimistisch aufnehmen dürften.
Monatelanges Tauziehen

Seit Anfang des Jahres befand sich Verdi im Streit mit den Arbeitgebern um bessere Bedingungen für die Gewerkschaftsmitglieder. Konkret forderte sie höhere Löhne und eine niedrigere Wochenarbeitszeit. Zur Durchsetzung dieser Forderungen kam es zu mehreren teils bundesweiten Streiks im ÖPNV, was zu massiven Einschränkungen insbesondere im Berufsverkehr sorgte. Verdi zeigte sich unzufrieden mit den Ergebnissen der Verhandlungsrunden und rief die Beschäftigten immer wieder zur Arbeitsniederlegung auf.
Diese Beharrlichkeit zeigt nun ihre Wirkung: In der Nacht vom Mittwoch, den 15. April auf Donnerstag, den 16. April konnte eine vorläufige Einigung zwischen den streitenden Parteien erzielt werden. Verdi spricht zwar von einem Kompromiss mit „Licht und Schatten“, trotzdem habe man die zentralen Punkte klären können.
Einigung im Tarifkonflikt: Keine Streiks mehr?

Auch wenn die vorläufige Einigung im Tarifkonflikt erst einmal eine gute Nachricht darstellt, solltet ihr euch nicht zu früh freuen. Die finale Entscheidung darüber, ob man den ausgehandelten Kompromiss annimmt, fällt erst Mitte Mai. Bis dahin muss Verdi die Mitgliederbefragung abschließen, welche dem Ergebnis zustimmen müssen. Demnach könnte es in Zukunft zu neuen Entwicklungen kommen. Bis dahin gilt jedoch eine Friedenspflicht, d. h.: Keine weiteren Warnstreiks mehr bis mindestens zum 15. Mai. Solange sollten die Fahrgäste von Bus, Tram und U-Bahn zuverlässig an ihr Ziel kommen.
Sollten letztlich beide Seiten dem neuen Tarifvertrag zustimmen, so gilt dieser für vier Jahre. In dieser Zeit sollen die Löhne der Beschäftigten sukzessive steigen und die Arbeitszeit um eine Stunde auf 37,5 Wochenstunden verkürz werden. Ob die Einigung im Tarifkonflikt wirklich Bestand hat, wird sich am 15. Mai zeigen, wobei drei Tage später schon die nächste Einschränkung auf Pendlerinnen und Pendler wartet: Ab dem 18. Mai kommt es aufgrund der Sanierung der U-Bahnhöfe Poccistraße und Goetheplatz zu einer monatelangen Vollsperrung auf dem Streckenabschnitt Implerstraße – Sendlinger Tor auf der U3 und der U6.