In München gibt es viele schöne Parks, die dazu einladen, ein Pause im Grünen einzulegen. Besonders die großen Anlagen, wie der Englische Garten oder der Westpark freuen sich über regen Andrang und bieten viel Platz für alle möglichen Aktivitäten. Manchmal sind es aber gerade die kleinen, weniger bekannten Gärtchen, die einen besonderen Reiz ausmachen und Ruhe abseits des Trubels bieten. Wenn ihr auf der Suche nach einem solchen Ort seid, dann seid ihr im Dichtergarten genau richtig. Hierher verirren sich nur die wenigsten und das trotz seiner zentralen Lage.
Ein Park, viele Gesichter

Ursprünglich gehörte das Gelände des Dichtergartens zu einer Wallanlage des dritten Münchner Mauerrings, nördlich der Residenz. Nach Ende des 30-jährigen Kriegs benötigte die Stadt diese Bastion jedoch nicht mehr und so wurde aus dem Areal 1665 ein Nutzgarten für das Theatinerkloster. Zu dieser Zeit trug er deshalb den Namen Theatinergarten. Mit der Säkularisation 1802 löste man das Kloster auf und der Garten stand zum Verkauf. Staatsminister Abbé Pierre de Salabert erwarb ihn sowie und umliegende Grundstücke und ließ angrenzend an den Dichtergarten dein Palais erbauen, in dem später Prinz Carl lebte und hier seinen Lustgarten hatte.
Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts war das Prinz-Carl-Palais der Wohnsitz des bayerischen Finanzministers, weshalb der Park von nun an als Finanzgarten bekannt war. Bis er der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, dauerte es jedoch eine ganze Weile: Erst seit 1984 ist das Gelände ein öffentlicher Park und heißt seitdem Dichtergarten. Den neuen Namen erhielt er, weil Statuen von Dichtern stehen, die eine Verbindung zu München haben.
Auf Entdeckungstour im Dichtergarten

Mit gerade einmal 2 Hektar ist der Dichtergarten zwar nicht besonders groß, trotzdem gibt es hier allerlei zu sehen. Die ehemalige Bastion macht sich heute noch als Erhebung bemerkbar. Verschlungene Pfade führen euch durch das bewaldete Stück und den Hügel hinauf, was dem Park einen wildromantischen Touch gibt. Vier Statuen gibt es hier bislang zu sehen, allen voran Heinrich Heine, der hier auf dem Hügel seine eigene Grotte hat. Er sitzt hier als Bronzeplastik an einem Brunnen. Die Grotte war ursprünglich Teil eines Gartenpavillons, den Salabert hatte anlegen lassen.
Zwei weitere Bronzestatuen sind die des russischen Dichter und Philosophen Fjodor Iwanowitsch Tjutschew und des Kombonisten Frédéric Chopin. Seit 2007 hat auch Konfuzius seinen Platz im Dichtergarten, den die chinesische Stadt Shandong München anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen den beiden Städten schenkte. In Zukunft sollen noch weitere Statuen folgen. Der Dichtergarten befindet sich zwischen dem Hofgarten der Residenz und dem Englischen Garten und ist trotz dieser exponierten Lage selbst vielen Einheimischen nicht bekannt. Wenn ihr also etwas Ruhe abseits des innerstädtischen Trubels sucht, ist der Dichtergarten neben dem Kabinettsgarten der perfekte Rückzugsort.