Die Münchnerinnen und Münchner zieht es bei schönem Wetter gerne einmal in die Berge. Manche ziehen sogar eigens dafür in unsere schöne Stadt. Wollt ihr zur Abwechslung einmal keine Felsen besteigen, sondern durch sie hindurchwandern, könnt ihr das in einer der zahlreichen Schluchten und Klammen ebenfalls tun, wie etwa der Partnachklamm oder der berühmten Schwarzachklamm. Besonders spektakulär ist die Breitachklamm im Allgäu, die nicht nur als die tiefste Schlucht Deutschlands, sondern gleich ganz Mitteleuropas gilt.
Die 10.000 Jahre alte Schlucht

Die Breitachklamm entstand nach dem Ende der Würm-Eiszeit, als sich das Schmelzwasser des Breitachgletscher durch die Kalkfelsen des Engenkopfs grub und sich so einen Weg bahnte. Selbst heute frisst sich die Breitach noch um einen millionsten Millimeter am Tag durch den Stein. Ab Ende des 19. Jahrhunderts begann man mit der Erschließung der Klamm. Der Pfarrer Johannes Schiebel aus Tiefenbach gründete eigens hierfür einen Verein, da er sich durch die Begehbarmachung der Schlucht eine Einnahmequelle für seine Gemeinde erhoffte. Die Einweihung der Breitachklamm erfolgte am 04. Juli 1905 und kann seither von euch besucht werden.
Ein 2,5 Kilometer langer Wanderweg führt euch durch die Klamm entlang der Breitach, vorbei an den 150 Meter hohen Felswänden links und rechts von euch. Damit ist sie nicht nur die tiefste Klamm Deutschlands, sondern auch die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas. 2025 wurde sie zudem durch die Heinz-Sielmann-Stiftung als „Schönstes Naturwunder“ des Jahres ausgezeichnet und zieht mit dieser Schönheit rund 300.000 Besuchende jährlich an.
Wanderung durch die Breitachklamm

Eine Wanderung durch die Breitachklamm ist zu jeder Jahreszeit absolut magisch. Im Winter gefriert das Wasser der Breitach sowie der kleinen Wasserfälle und auf den Felsen bilden sich Schneehauben. Ihr fühlt euch, als würdet ihr ein Portal zu einer magischen Welt durchschreiten. Zweimal täglich könnt ihr an Nachtwanderungen mit Fackeln teilnehmen. Der warme Feuerschein gibt euch erst recht das Gefühl, Abenteurer in einem Fantasy-Roman zu sein.
Im Frühling und Sommer hingegen bieten euch die Wände der Klamm Schutz vor der prallen Sonne und sorgen für angenehm kühle Temperaturen. Das satte grün der Gräser und Sträucher bildet zusammen mit dem türkisen Wasser herrliche Farbtupfer entlang der grauen Felsen. Im bayerischen Tiefenbach und der Walserschanz in Österreich könnt ihr in den Klamm-Erlebniswelten mehr über die Entstehung der Breitachklamm lernen und Geschichte hautnah erleben.
Um die Breitachklamm zu besuchen reist ihr von München aus am besten nach Oberstdorf und parkt in Tiefenbach. Die Breitachklamm ist fast das ganze Jahr über geöffnet, sie schließt jedoch im Frühjahr und Herbst für ein paar Wochen, um Arbeiten an den Felsen durchführen zu können. Außerdem kann sie je nach Witterungsbedingungen ebenfalls zu bleiben. Informiert euch dementsprechend vor eurer Anreise auf der Website der Breitachklamm über den derzeitigen Status. Regulär öffnet sie entweder Ende April oder Anfang Mai für den Sommer und bleibt bis Oktober zugänglich. Um die Schlucht zu durchwandern, benötigt ihr Tickets, die ihr vor Ort an der Kasse oder im Online-Shop für 9€ erwerben könnt.