In Bayern finden sich viele schöne Städte, die einen Tagesausflug wert sind, wie beispielsweise Augsburg, Bamberg oder auch Freising. Gar nicht so weit von München entfernt liegt jedoch eine Stadt, die vermutlich nur die wenigsten von euch auf dem Schirm haben. Und das, obwohl sie ein absoluter Touristenmagnet ist: Altötting in der Inn-Salzach-Region. Bekannt ist der Ort in erster Linie für seine Gnadenkapelle, dabei hat er noch viel mehr zu bieten.
Seit 500 Jahren Wallfahrtsort

Vor einem halben Jahrtausend brachte eine verzweifelte Mutter ihren totgeglaubten Sohn in die Gnadenkapelle Altötting. Hier betete sie zusammen mit anderen zu Maria, dass diese ihr Kind rette. Tatsächlich schlug der Sohn daraufhin die Augen auf und war quicklebendig. Diese Legende ist der Ursprung der Kleinstadt als Wallfahrtsort. Seither pilgern zahlreiche Gläubige jedes Jahr nach Altötting, um die Gnadenkapelle mit der Schwarzen Madonna zu besuchen. Über eine Millionen Besucher verzeichnet der Ort mittlerweile jährlich.
Aber auch wenn ihr nicht religiös seid, ist die Gnadenkapelle ein spannendes Ziel für euch. Bereits Außen begegnen euch hunderte Votivbilder, die sich im Rundgang um die Kirche herum befinden. Im Inneren erwarten euch prunkvolle Verzierungen und natürlich die Schwarze Madonna. Es gibt hier aber noch etwas zu entdecken: Die Herzurnen des bayerischen Adels. Während die Körper der Wittelsbacher in den Münchner Grüften bestattet sind, befinden ihre Herzen sich in der Gnadenkapelle von Altötting.
Altötting entdecken und erleben

Papst Benedikt XVI. bezeichnete Altötting als „das Herz Bayerns und eines der Herzens Europas“, denn die Kleinstadt ist einer der sieben Shrines of Europe und damit einer der wichtigsten Wallfahrtsorte des Kontinents. Neben der Gnadenkapelle entdeckt ihr rund um den Kapellplatz im Stadtzentrum weitere Gotteshäuser, wie die Stiftspfarrkirche und das Kloster St. Magdalena mit Jesuitenkirche. Doch auch weltliche Bauwerke säumen den Platz, wie das Rathaus mit seinem Zwiebelturm und das 700 Jahre alte Hotel zur Post.
Darüber hinaus gibt es in der Schatzkammer von Altötting das Goldene Rössl zu bestaunen, ein Geschenk der Wittelsbacherin Isabeau de Bavière an ihren Mann Karl. Das Stück zählt zu den kostbarsten Kunstschätzen Europas und ist mehrere Millionen wert. Interessiert ihr euch dagegen mehr für die Stadtgeschichte als für Protz, dann seht euch die Dioramenschau mit über 5.000 Figuren an. Des weiteren finden in Altötting regelmäßig Märkte und Feste Stadt, wie etwa die Kirta im Herbst oder der Christkindlmarkt im Advent. Egal, wann ihr vorbeischaut, hier ist so gut wie immer etwas los!