Zugegeben, über Brücken mit Wasserfall oder 3D-gedruckte Brücken verfügt München nicht. Trotzdem haben wir unser eigenes Brückenhighlight, auf dem sicher schon so manches romantische Date verbacht wurde. Die Hackerbrücke gehört zu den liebsten Sunsets-Spots in München. In den warmen Monaten versammeln sich hier die Münchner, um sich mit Brotzeit und Wein auf den Querbalken niederzulassen und den Sonnenuntergang zu genießen – Besser als jede Dachterrasse! 2026 solltet ihr den Sommer hier noch einmal besonders intensiv genießen, denn ab Mitte 2027 wird die Brücke saniert und nur zur Hälfte begehbar bleiben. Derzeit ist noch unklar, ob die Autos im Anschluss an die Sanierung auf die Brücke zurückkehren werden oder nicht.
Ein historischer Bahnübergang in München

Über 130 Jahre hat die Hackerbrücke bereits auf dem Buckel, bzw. auf den Bögen. 1894 eröffnete sie und bildet seither die Nachfolgerin der Herbststraßenbrücke. Den Namen verdankt sie der Hackerbrauerei, die bis 1980 in der Bayerstraße ihre Heimat hatte. Die Brücke ist 180 Meter lang, besteht aus Schmiedeeisen und verfügt über sechs 8 Meter hohe Bögen, die ihr ihr charakteristisches Aussehen verleihen.
Tatsächlich ist die Hackerbrücke eine von nur wenigen schmiedeehernen Bogenbrücken Deutschlands aus dem 19. Jahrhundert, die heute noch erhalten sind. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie teilweise zerstört und musste originalgetreu wieder aufgebaut werden. 1984 fand eine große Sanierung statt, bei der die Konstruktion der Brücke ebenfalls unverändert blieb.
Bis in die 1970er Jahre war die Hackerbrücke von zentraler Bedeutung bei der Querung der Bahnlinie mit dem Auto, da sie eine der wenigen Brücken in Innenstadtnähe war, die dies ermöglichte. Nach Bau des Mittleren Rings und der Donnersberger Brücke, entspannte sich die Lage. Seit 1973 ist die Brücke außerdem denkmalgeschützt. Während der Wiesn ist die Hackerbrücke für Autos gesperrt, da viele Gäste von der S-Bahn zur Theresienwiese und zurück schwärmen.
Sanierung der Hackerbrücke für 50 Millionen Euro

Die Hackerbrücke ist nicht nur ein wichtiger Bahnübergang, sondern mittlerweile auch ein absoluter Hotspot im Sommer. Abends setzen sich die Münchnerinnen und Münchner auf die Querstreben entlang des Fußgängerwegs unterhalb der hohen Bögen und betrachten den Sonnengang über den Bahngleisen. Ab Mitte 2027 wird die Brücke bis 2030 für Sanierungsarbeiten gesperrt, die rund 50 Millionen Euro kosten sollen. Geplant ist, die Brücke in zwei Abschnitten zu sanieren, sodass eine Hälfte für Fußgänger und Radlfahrer offen bleiben kann. Ganz verzichten müsst ihr auf die Hackerbrücke also nicht, die Plätze werden damit aber rarer und für diese Zeit womöglich härter umkämpft.
Autos hingegen können während der Bauarbeiten nicht mehr über die Brücke fahren. Ob sie danach wieder zurückkehren werden, ist derzeit noch nicht entschieden. Die Stadt zeigt sich offen für die Idee, will den Verkehr während der Sperrung aber zunächst beobachten. Befürworter der Sperrung argumentieren, dass man die Fußwege der Brücke verbeitern, Bänke platzieren und sogar Pflanzenkübel anlegen könnte. Die Autos sollen stattdessen dauerhaft über die Donnersbergerbrücke fahren.