Es ist kein gutes Jahr für die Münchner Partyszene: Mit dem Blitz und dem DNA haben heuer bereits zwei beliebte Technotempel ihre Pforten geschlossen. Mit dem Sweet Club reiht sich jetzt ein weiteres Etablissement in diese traurige Liste ein. Nun hat Betreiber Mathias Scheffel sich zu den Gründen geäußert und warnt vor weiteren Schließungen.
Zu hohe Kosten, zu wenig Kundschaft
Seit 2017 ist das Sweet in der Feierbanane zu Hause und reiht sich zwischen Roter Sonne, Pacha und 089 Bar am Maximiliansplatz ein. Auf über 1.000 m² und zwei Floors konntet ihr hier 9 Jahre lang zu House, R’n’B und Chart-Hits die Nächte durchtanzen. Damit ist es jetzt vorbei – das Sweet hat an Halloween seine letzte Party gefeiert. Das verkündete der Club über Instagram, wo er zu einer finalen Eskalation am Wochenende aufrief.
Betreiber Mathias Scheffel äußerte sich jetzt gegenüber der tz zu den Hintergründen und zeichnet ein düsteres Bild für die Zukunft des Münchner Nachtlebens. Aufgrund des heißen Sommers seien weniger Feiernde in seinen Club gekommen, sodass er die 20.000€ zwei Monate lang nicht hatte zahlen können. In guten Zeiten sei dies kein Problem gewesen, diese seien nun aber vorbei. Der Sweet Club erhielt die Kündigung und musste nun seine Schließung bekannt geben.
Andere Clubs potenziell betroffen

Mit diesem bitteren Schicksal ist der Sweet Club leider nicht alleine. „Leider ist das Clubsterben real…“ heißt es auf dessen Instagram-Seite. Und in der Tat haben mit dem DNA und dem Blitz zwei weitere Institutionen in diesem Jahr dicht gemacht. Auch die Paradiso Tanzbar wird es voraussichtlich nur noch zwei Jahre geben, da der Mietvertrag nicht verlängert wurde. Scheffel selbst betreibt neben dem Sweet das Pacha, das Filmcasino und das Café Reitschule am Englischen Garten. Aktuell bereitet ihm vor allem letzteres Sorgen und es könnte ein ähnliches Schicksal wie dem Sweet drohen.
Scheffel, der früher in den Optimolwerken am Ostbahnhof tätig war, glaubt, dass in Zukunft weitere Clubs in München schließen werden müssen. Keine guten Aussichten für die Nachtschwärmer unter euch. Aber immerhin, es gibt trotz all der schlechten Nachrichten und Verabschiebungen auch immer wieder Neueröffnungen. So hat in diesem Jahr erst das XOLO in Schwabing eröffnet und am Ostbahnhof soll das Sonder der Nachfolger des DNAs werden. Im Sweet ist dagegen endgültig Schluss. Ob in Zukunft ein neuer Club am Maximiliansplatz 5 einzieht, wird sich erst noch zeigen.