Stellt euch vor, ihr schlendert an einem sonnigen Nachmittag durch den Englischen Garten, lasst den Blick auf den Monopteros schweifen oder beobachtet die Surfer an der Welle am Eisbach. Doch kaum jemand weiß, dass dieser weltberühmte Ort ursprünglich ganz anders hieß. Als der Park Ende des 18. Jahrhunderts geschaffen wurde, trug die grüne Oase den offiziellen Namen Theodors Park. Was heute als das grüne Herz Münchens mit seinen rund 384 Hektar zu den größten innerstädtischen Parkanlagen der Welt zählt, hat eine faszinierende Geschichte. Diese ist eng mit einem bayerischen Herrscher und einer echten Revolution in der Parkgestaltung verknüpft.
So entstand der Englische Garten ursprünglich

Die Wurzeln des Parks reichen in das Jahr 1789 zurück. Auf Anordnung von Kurfürst Karl Theodor und inspiriert von seinem Berater und bayerischen Kriegsminister Sir Benjamin Thompson sollte zunächst ein Militärgarten entstehen. Hier sollten Soldaten in Zeiten des Friedens landwirtschaftliche Fähigkeiten erlernen. Doch noch im selben Jahr beschloss der Kurfürst schließlich, dass die angrenzenden Isarauen in einen für alle Bürger zugänglichen Park umgewandelt werden sollten.
Als die Anlage im Frühjahr 1792 offiziell für die Öffentlichkeit freigegeben wurde, geschah dies unter dem Namen Theodors Park. Das Besondere daran: Er war von Anfang an als Volkspark konzipiert, womit er einer der ersten dieser Art in Europa war. Auf dem Parkgelände sollten Standesgrenzen aufgehoben werden, was ein revolutionärer Gedanke für die damalige Zeit war. Erst im Laufe der Jahre setzte sich in der Bevölkerung der Name Englischer Garten durch, benannt nach dem neuartigen Gestaltungsstil.
Die Natur als Kunstwerk mitten in München

Dass der Park heute mit seinen geschwungenen Wegen und scheinbar wilden Wiesen so harmonisch wirkt, ist das Werk von Friedrich Ludwig von Sckell. Der Gartenkünstler gestaltete das ursprüngliche Überschwemmungsgebiet der Isar in einen klassischen englischen Landschaftsgarten um. Heute lädt euch der Park mit Highlights wie dem Chinesischen Turm, dem Rumfordhaus und dem Kleinhesseloher See zum Spazierengehen, Picknicken und Sporteln ein. Hier findet jeder Münchner seinen Lieblingsplatz!