Wer sich für die Kunstwerke der Gruppierung rund um den Almanach „Der Blaue Reiter“ interessiert, für den ist das Lenbachhaus in München die erste Anlaufstelle. Wollt ihr dagegen der Inspiration hinter den Bildern auf den Grund gehen, dann müsst ihr die Stadt verlassen. Im sogenannten „Blauen Land“ fanden Gabriele Münter, Wassily Kandinsky und ihre Freunde die Muse für ihr expressionistisches Schaffen. Im Münter-Haus in Murnau am Staffelsee entdeckt ihr, wie das Paar gelebt hat und wo es seine Kunst schuf.
Das Haus des Künstlerpaars

Gabriele Münter und Wassily Kandinsky lernten sich 1903 in Kallmünz kennen. Der Markt in der Oberpfalz war damals eine beliebte Anlaufstelle für Künstlerinnen und Künstler und inspirierte Kandinsky zur Abstraktion. Die beiden wurden ein paar und zogen 1909 nach Murnau am Staffelsee, wo Münter das Haus in der Kottmüllerallee 6 jenseits der Bahnlinie erwarb. Sie hatten oft ihre Malerfreunde zu Besuch, wie Franz Marc oder Paul Klee, die ebenfalls Teil der Blauen Reiter waren. In Murnau entwickelten sie ihren expressionistischen Stil und ließen sich von der ortsansässigen Hinterglasmalerei inspirieren.
Da Wassily Kandinsky Russe war, gaben die Einheimischen dem Gebäude den Spitznamen „Russenhaus“. Heute ist es dagegen als „Münter-Haus“ bekannt. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 lebte das Paar hier, dann floh es in die Schweiz. Kandinsky kehrte schließlich nach Moskau zurück, wohingegen Münter sich zunächst in Nordeuropa aufhielt. Ende der 1920er kehrte sie schließlich wieder nach Murnau ins Münter-Haus zurück und lebte hier bis zu ihrem Tod 1962.
Ein Besuch im Münter-Haus
Während des Zweiten Weltkriegs hielt Gabriele Münter die Werke Kandinskys in ihrem Keller versteckt, um sie vor den Nazis zu retten. Zu ihrem 80. Geburtstag vermachte sie diese der Stadt München, die die Gemälde im Lenbachhaus ausstellt. Aber auch im Münter-Haus selbst könnt ihr einige der Bilder betrachten. Nach dem Tod der Künstlerin schuf man aus ihrem Haus eine Erinnerungsstätte und ein Museum, um ihre Kunst so wie die ihres Ex-Partners zu ehren.
1998 und 1999 sanierte man das Haus aufwendig und versetzte es in seinen Originalzustand von 1909 zurück. Bei eurem Besuch reist ihr so direkt in die Zeit, in der das Paar hier lebte und bekommt einen Einblick in seinen Alltag. So entdeckt ihr im Münter-Haus nicht nur die Bilder der beiden, sondern auch ihre Möbel, die sie selbst bemalt hatten. Auch einige Hintergalsbilder und Grafiken befinden sich in der Ausstellung. Das Museum hat jeden Tag außer montags drei Stunden für euch geöffnet und der Eintritt kostet nur 4€.
🕑 Öffnungszeiten: Di-So 14 bis 17 Uhr
💶 Preisinformation: 4€ regulär, 40€ für Sonderöffnungen