Der Dunstkreis um den Almanach „Der Blaue Reiter“ war wegweisend für den Expressionismus und die moderne Kunst in Deutschland. Gleich mehrere Häuser in München und im Umland widmen sich den Werken dieser Gemeinschaft, darunter das Lenbachhaus, das Schlossmuseum in Murnau und das Museum Penzberg. Letzteres rückt mit Heinrich Campendonk ein eher weniger bekanntes Mitglied der Vereinigung in den Fokus, dessen Schaffen jedoch nicht minder spannend ist. Entdeckt die Gemälde von Campendonk und erfahrt außerdem auch noch mehr über die Geschichte von Penzberg.
Der Maler und die Bergwerkstadt
Heinrich Campendonk war ein deutsch-niederländischer Maler und wurde 1889 in Krefeld geboren. Er pflegte unter anderem Kontakte zu Paul Klee und Franz Marc und lernte über zweiteren schließlich die Blauen Reiter kennen. 1912 schloss er sich diesen als deren jüngstes Mitglied an und beteiligte sich an den Ausstellungen der Gruppe. Als einziger Künstler der Vereinigung widmete er sich in seiner Malerei der Stadt Penzberg und wirkte auch in dieser. So gestaltete er beispielsweise Glasfenster für die Christkönigskirche.
So ist Campendonk mit Penzberg verbunden, weshalb das Stadtmuseum beschloss, sich umgekehrt nun ihm zu widmen. Zuvor lagen die eigene Geschichte und das Dasein als Bergarbeiterstadt im Fokus. 87 Gemälde stellte ein Sammler dem Museum Penzberg 2010 zur Verfügung, die ihre eigene Dauerausstellung bekamen. 2016 erweiterte man das Haus um einen Anbau und die Sammlung Campendonk um 200 weitere Werke, sodass es sich bei ihr heute um die größte auf der ganzen Welt handelt.
Die Ausstellungen im Museum Penzberg

Die Dauerausstellung rund um Heinrich Campendonk zeigt Werke aus all seinen Schaffensphasen und in verschiedenen Techniken. Ihr findet hier Ölgemälde, Aquarelle, Drucke und Hinterglasmalerei. Des weiteren widmet sich das Museum Penzberg auch anderen Künstlern, allen voran dem Expressionisten Gerhard Fietz der Gruppe ZEN 49, einer weiteren Vereinigung aus München. Ihr findet hier aber nicht nur Kunst, sondern lernt auch mehr über die Geschichte der Stadt. Ursprünglich war das Museum Penzberg nämlich eigentlich das Stadtmuseum gewesen, bevor es sich ab 2002 auf Campendonk spezialisierte.
Das zeigt sich bereits in der Architektur. Ursprünglich hatte es sich nur um ein Gebäude gehandelt, einem ehemaligen Werkshaus für Bergwerksmitarbeitende. In Penzberg findet ihr gleich mehrerer solcher Gebäude, die heute alle unter Denkmalschutz stehen. Den Erweiterungsbau legte man im gleichen Stil an, dessen Fassade aus dunklem Klinker besteht. Damit stellt er zum einen noch einmal Bezug zur Bergwerksgeschichte her, zum anderen erscheint der Bau wie ein dunkler Zwilling des Originals. Im alten Gebäudeteil bekommt ihr mehr Einblick in die Geschichte des Bergbaus in Penzberg und könnt eine originalgetreu eingerichtete Wohnung der damaligen Bergleute bewundern. Egal ob ihr euch also eher für Kunst oder für Geschichte interessiert, das Museum Penzberg bietet beides.
📍 Ort: Am Museum 1, Penzberg
🕐 Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
💶 Preisinformation: Erwachsene 8€, Kinder 3,50€