Die Isar ist doch immer einen Spaziergang wert und bietet dadurch, dass sie einmal durch die ganze Stadt fließt, viel Abwechslung. Dabei gibt es auch immer wieder verborgene Schätze zu entdecken, wie die Streetart-Galerie in den Maximiliansanalgen, der Rosengarten nahe der Wittelsbacherbrücke oder der Georgenstein bei Grünwald. Und auch im Flaucher werdet ihr fündig, denn hier versteckt sich die Marienklause zwischen den Bäumen am südlichen Ende des Tierparks. Hier könnt ihr die Ruhe genießen und ein bisschen Kraft tanken.
An wilden Wassern

Die Marienklause gehört zum Stadtteil Untergiesing-Harlaching und liegt somit am östlichen Isarufer, dort wo der Fluss und der Auer Mühlbach aufeinander treffen. Seit 1330 staut an dieser Stelle ein Wehr das Wasser auf und schleust es in den Mühlbach. Außerdem befindet sich hier eine Floßrutsche, über die die Flößer früher Waren und Materialien nach München brachten, z. B. für den Bau der Frauenkirche. Im 19. Jahrhundert war Martin Achleitner an dieser Schleuse als Wassermeister tätig, der hier das Wasser regulierte. Diese Arbeit war nicht ungefährlich, da das Wehr bei Hochwasser zu brechen drohte. Mehrfach sei er dem Tod von der Schippe gesprungen und er glaubte, dass er dies der Mutter Gottes, der Heiligen Maria, verdankte.
Deswegen erbaute Achleitner die kleine Kapelle aus Holz und Stein und weihte sie der Maria, die ihn stets zu beschützen schien. Unterhalb der Kapelle entspringt die Jakobsquelle, um die herum der Wassermeister eine Grotte anlegte. Sie ist geschmückt von zahlreichen Marienbildern und -figuren und neben dem Eingang prangt ein Gedicht auf einer Tafel, das Achleitner verfasst hatte. Neben der Quelle findet ihr außerdem weitere Aushöhlungen im Stein, in denen sich ebenfalls Bilder befinden und an denen Besuchende gerne Blumen ablegen und Kerzen entzünden.
Die Marienklause selbst fällt klein und schlicht aus. Ihr moosbewachsenes Dach krönt ein kleines Türmchen und über der Doppelflügeltüre prangt ein Engel, der ein Banner mit der Aufschrift „Marienklause“ hält. Gerade die Einfachheit des Holzbaus ist es, die diesem Ort seinen besonderen Charme verleiht. Durch diese fügt er sich perfekt in die Idylle des umgebenden Waldes ein und strahlt eine besondere Ruhe aus, die zum Verweilen einlädt.
Auf dem Kreuzweg zur Marienklause
Martin Achleitner legte nicht nur die Kapelle und die Quellgrotte an, sondern auch den ersten Serpentinenweg, der zu diesen führt. Heute befinden sich entlang des Pfads 14 Kreuzwegstationen mit Bildern, die in Holzrahmen gefasst sind. Des weiteren liegt ein Freiluftaltar im Hof. Jedes Jahr im Mai findet an der Marienklause eine Andacht statt, an der ihr teilnehmen könnt. Ansonsten lohnt sich ein Abstecher auf einem Spaziergang in der Umgebung, um die Idylle dieses Ortes zu genießen.
Heute stehen sowohl die Marienklause mit ihrer Quelle als auch der Kreuzweg unter Denkmalschutz. Kommt ihr von Westen her, führt euch der Marienklausensteg über die Isar zur Kapelle am Steilhang. Nördlich der Klause befindet sich wiederum der Tierpark Hellabrunn, dessen Grenze ein Zaun markiert. Mit etwas Glück könnt ihr einen Blick darüber erhaschen und ein paar Tiere erspähen.