Sobald der Frühling in München Einzug hält und die Tage länger werden, spüren wir auch die Vorfreude auf die warmen Zeiten in der Stadt. Wenn es heiß genug ist, wird es Zeit für die erste Abkühlung des Jahres. Das geht bestens in den schönsten Seen in Oberbayern und den Freibädern der Stadt. Aber wer Lust auf noch mehr Action hat, sollte einen Ausflug zum Wasserkraftwerk Mühltal machen. Hier erwartet euch die längste Floßrutsche Europas! Von München aus seid ihr in rund 35 Minuten dort.
Ein Kraftwerk unter Denkmalschutz

Das Wasserkraftwerk Mühltal ist weit mehr als eine rein funktionale Industrieanlage: Es ist ein lebendiges Industriedenkmal an der Isar, das heute unter Denkmalschutz steht. Das zwischen 1920 und 1924 errichtete Kraftwerk ist ein zentraler Bestandteil der sogenannten „Mittleren Isar“.
Direkt am Fluss liegt es zwar nicht, sondern am Mühltalkanal. Dieser wird rund 7,3 Kilometer oberhalb des Kraftwerks am Ickinger Wehr aus der Isar geleitet und mündet weiter unten wieder in die Isar. Aber genau dadurch kommt es zu einem Gefälle, das nicht nur für Technikantrieb, sondern auch für Freizeitspaß sorgt.
Freizeitspaß und Kunst vereint

Direkt am Kraftwerk befindet sich die längste Floßrutsche Europas. Mit einer Länge von 365 Metern überwinden die riesigen Isarflöße hier einen Höhenunterschied von etwa 17 Metern. Die Flöße sind oft mit Musikkapellen und bis zu 60 Personen besetzt und sausen mit hoher Geschwindigkeit die Rutsche hinuter. Ein unverwechselbarer Anblick, den man am besten von der Brücke oder den Wanderwegen direkt am Kanalufer aus genießt.
Aber auch ein Besuch im Wasserkraftwerk Mühltal selbst ist lohnenswert. An der Decke der Schalthalle befindet sich eine Deckenmalerei des Künstlers Gottlob Gottfried Klemm, die Figuren aus der griechischen Mythologie zeigt. Sinnbildlich stehen sie für Kraft, Wasser, Energieerzeugung und – verteilung. Es könnte kaum passender sein!