Wer in München die Nacht durchtanzen oder durch Bars ziehen möchte, der findet sich meist in der Feierbanane oder an der Münchner Freiheit wieder. Doch auch im Münchner Osten kommen Nachtschwärmer auf ihre Kosten: Das Werksviertel hält so einige Clubs und Bars bereit, in denen ihr gut feiern könnt und auch tagsüber ist hier einiges los. Das war aber nicht immer so, wie ein Blich in die Geschichte des Areals verrät.
Erst Knödelfabrik, dann Vergnügungsmeile

Am 02. September 1949 gründete Werner Eckart das Unternehmen Pfanni, das seine Fabrik im Gewerbegebiet am Ostbahnhof hatte. Hier befanden sich ebenfalls die Optimol Ölwerke und die Spedition Rhenania, sowie weitere Unternehmen. Als Pfanni 1996 seine Produktion nach Mecklenburg-Vorpommern verlegte, gab man das Gelände als Industriestandort auf.
Wolfgang Nöth pachtete das Gelände und verwandelte es in ein Paradies für Nachtschwärmer. Der Kunstpark Ost beheimatete 30 Clubs, darunter das Babylon, das Heizkraftwerk und den Natraj Temple. Darüber hinaus gab es ein großes gastronomisches Angebot, diverse Bars und Spielhallen sowie Kunstateliers. Das Vergnügen war jedoch nicht von langer Dauer: Bereits 2003, nach gerade einmal sieben Jahren, wurde der Kunstpark wieder aufgelöst.
Das sollte jedoch nicht das Ende des Kulturbetriebs im Münchner Osten sein. Kurz darauf entstanden die Kultfabrik und die Optimolwerke, ein Kultur- und ein Clubareal, die bis 2015 bzw. 2018 Bestand hatten. Sowohl die Milchbar als auch das Harry Klein waren hier zu Hause, bevor sie später in die Sonnenstraße zogen. Schließlich mussten die Kultfabrik und die Optimolwerke aber dem heutigen Werksviertel weichen.
Das Werksviertel: Gekommen, um zu bleiben

Bereits 2001 lobte die Stadt München einen Ideenwettbewerb zur Entwicklung des ehemaligen Pfanni-Areals aus, bei dem Wohnungen, Büroflächen und Freizeitangebote entstehen sollen. Bis zur Umsetzung dauerte es jedoch bis ins Jahr 2015. Seither entwickelt sich das Werksviertel und erhielt 2023 sogar den Deutschen Städtebaupreis. Das Quartier in Berg am Laim ist geprägt von moderner Architektur mit industriellen Elementen. Dabei ist das Werksviertel keinesfalls langweilig und grau, sondern fröhlich und bunt.
Ihr findet hier ein breites kulturelles Angebot, was es zu einer beliebten Anlaufstelle für jegliche Zielgruppe macht. Sportbegeisterte toben sich in der Boulderwelt Ost aus, auf deren Dach ihr sogar unter freiem Himmel klettern könnt. Wenn ihr den Ausblick von oben lieber sitzend oder tanzend genießt, dann solltet ihr die Rooftop-Bar des MH5 auf dem Werk3 besuchen. Hier erwarten euch nicht nur coole Partys mit Pool und Leckereien von Kuchentratsch, sondern auch niedliche Schwarznasenschafe.
An Regentagen tanzt ihr hingegen zu Techno im DNA oder zu Schlager im Schlagergarten. Bei Yokocho beweist ihr eure Sangeskünste im Karaoke und anschließend dreht ihr eine Runde im Riesenrad. Des weiteren gibt es im Werksviertel regelmäßige Feste und Veranstaltungen, wie Streetfood-Markets oder einen Weihnachtsmarkt im Advent. Es besteht ein breites gastronomisches Angebot und es finden immer wieder Konzerte und andere Events statt, an denen ihr euch erfreuen könnt. Zwischen Riesenrad, Hochhäusern und Containern findet hier jeder und jede das richtige für sich.