München hat keinen klassischen Wochenmarkt im Zentrum wie andere deutsche Städte, sondern verfügt stattdessen über einen ständigen Markt, auf dem ihr fast täglich einkaufen könnt. Der Viktualienmarkt im Herzen der Stadt ist natürlich alleine durch seine Lage kein Geheimtipp, sondern gilt als eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Münchens. Jetzt hat er im Rahmen der Global Tastemakers Awards einen Platz in den Top 10 Märkten dieser Welt erhalten. Denn der Viktualienmarkt ist mehr als nur ein Hotspot für Touristen und ein zweiter Blick lohnt sich.
Über 200 Jahre Geschichte

Der Viktualienmarkt entstand 1807 und löste den bisherigen Markt am Schrannenplatz ab, da dieser zu klein geworden war. Im Laufe der Jahrzehnte wandelte sich der Markt und wuchs immer weiter an. Die ständigen Stände gibt es seit 1870, zuvor hatte man sie täglich neu vergeben. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs bestanden Überlegungen, ihn aufgrund schwerer Beschädigungen aufzugeben, doch glücklicherweise konnte der Viktualienmarkt sich halten. In dieser Folge wurde aus dem einstigen Lebensmittelmarkt für den täglichen Bedarf ein Ort für Feinschmecker und Feinschmeckerinnen.
Heute misst er ca. 22.000 m² und verfügt über mehr als 100 Stände, die sich in sieben Abteilungen aufteilen. Neben dem Markt am Wiener Platz, dem Elisabethmarkt und dem Viktualienmarkt Pasing ist er einer von vier ständigen Märkten in München. Als solcher hat er von Montag bis Samstag geöffnet und bietet euch die Möglichkeit, hier einzukaufen und zu speisen. Der Name leitet sich übrigens von alten Begriff für Lebensmittel ab. Deswegen hat Pasing auch seinen eigenen Viktualien- bzw. Lebensmittelmarkt, da es sich zu dessen Gründung noch um eine eigene Stadt handelte.
Entdeckungen auf dem Viktualienmarkt

Auch wenn der Viktualienmarkt heute eher höherpreisig ist und als Markt für Feinschmecker gilt, so gibt es hier immer noch Lebensmittel des täglichen Bedarfs, wie Obst, Gemüse, Milchprodukte und Brot. Aber auch ausgefallenere Stände sind hier zu Hause, wie die Saure Ecke, an der ihr alle möglichen Varianten an eingelegten Gurken und Antipasti bekommt. Die Pferdemetzgerei Wörle ist wiederum der einzige Ort in ganz München, an dem ihr heute noch Pferdefleisch bekommt. Neben einzelnen Lebensmitteln könnt ihr am Viktualienmarkt auch fertige Speisen wie Sandwiches, Suppen oder Säften erstehen und direkt vor Ort auf einem der vielen Sitzplätze genießen. Oder ihr setzt euch in den Biergarten im Herzen des Markts, wo es alle Biere der sechs Wiesn-Brauereien zu kosten gibt. Neben Nahrungsmitteln gibt es auch Blumen, Souvenirs und Dekoartikel an den Standln.
Bleibt ihr lieber bei Wasser, könnt ihr eure Flasche an einem der sieben Brunnen auffüllen, die sich über das gesamte Areal verteilen. Die Figuren der Brunnen zeigen verschiedene Stadtpersönlichkeiten: Karl Valentin, Liesl Karlstadt, Ida Schumacher, Roider Jackl, Elise Aulinger und Weiß Ferdl sind zu sehen. Und auch den Maibaum solltet ihr nicht ignorieren, denn er zeigt Szenen des Oktoberfests sowie die tanzenden Schäffler. Auf dem Viktualienmarkt selbst wird bis heute getanzt, wenn zu Fasching die Marktweiber ihren Auftritt haben. Und auch um den Markt herum gibt es einiges zu entdecken, wie das Café Frischhut, das Eataly und den Alten Peter.
🕐 Öffnungszeiten: Mo bis Sa 08 bis 20 Uhr