Sommerzeit ist nicht nur Badezeit in Bayern, sondern vor allem auch Klammzeit! Denn viele der Schluchten schließen spätestens im November und können dann erst im Frühjahr wieder besucht werden. Und gerade während der heißen Tage bietet eine schattige Klamm die perfekte Abkühlung. Falls ihr noch auf der Suche nach eurem nächsten Schluchtabenteuer seid, weil ihr die bekannten Adressen wie die Partnachklamm und die Breitachklamm schon abgeklappert habt, dann solltet ihr den Bayerischen Wald ansteuern. Die hiesige Steinklamm ist ein absolutes Naturjuwel, das ihr nicht verpassen wollt.
Ein merkwürdiges Schauspiel

Die Steinklamm entstand durch den natürlichen Höhenunterschied des Geländes, als sich das Schmelzwasser zum Ende der Eiszeit den kürzesten Weg suchte. Durch Erosion schürfte es schließlich die heutige Felsenschlucht aus, die bis zu 100 Meter in die Tiefe reicht. Das Wasser der Ohe stürzt hier in mehreren Kaskaden die Felsstufen hinab und bildet herrliche Strudelbecken. Die enorme Kraft der Ohe lockte schließlich im 18. Jahrhundert die Industrie an, die sich das Wasser für ihre Sägewerke und sonstigen Fabriken zu nutze machte.
An den Hängen und Ufern der Steinklamm gedeiht eine vielfältige Flora, die von Nadel- und Laubbäumen über Bergblumen bis hin zu Sträuchern reicht. Für interessierte Botaniker gibt es hier allerlei zu entdecken, wobei Wegtafeln euch immer wieder Informationen zu den Pflanzen geben. Der Geologe Carl Wilhelm von Gümbel bezeichnete die Steinklamm 1868 schließlich als eine der „sehenswürdigsten Naturmerkwürdigkeiten“ des Bayerischen Waldes. Am besten überzeugt ihr euch davon bei einem Besuch einfach selbst!
Tour durch die wildromantische Steinklamm
Seit 2005 führt ein Wanderweg durch die Steinklamm, den ihr in beide Richtungen bestreiten könnt. Er ist verknüpft mit verschiedenen Wanderwegen um die Klamm herum, die unterschiedlich große Runden beschreiben. Für den kleinen Rundweg folgt ihr dem Marienkäfer, für den großen der Steinforelle. Generell lässt sich ein Besuch in der Steinklamm ideal mit einer Wanderung durch den Bayerischen Wald verbinden.
Für eure Tour solltet ihr festes Schuhwerk wählen. Beachtet außerdem, dass die Schlucht nicht barrierefrei ist und sich auch nicht für Kinderwagen eignet. Ihr legt insgesamt 150 Höhenmeter zurück und solltet mit etwa zwei Stunden für eine Rundwanderung rechnen. Ihr könnt sie von Mai bis Oktober bei freiem Eintritt besuchen und die vielfältige Pflanzenwelt sowie die schroffen Felswände bestaunen, während die Ohe an euch vorbeirauscht. Jeden Dienstag gibt es um 13 Uhr außerdem eine Führung durch die Klamm, auf der ihr weitere Details über das Naturspektakel in Erfahrung bringt.