Wenn jemand die Schönheit der bayerischen Landschaft zu schätzen wusste, dann war es König Ludwig II. So durschwamm er gerne den Alpsee zu Füßen seines Neuschwansteins oder oder traf seine Cousine Sisi auf der Roseninsel im Starnberger See. Weniger bekannt sind dagegen die Soiernseen im Karwendel, an denen er die Ruhe genoss. Sehnt ihr euch ebenfalls nach einem idyllischen Ort mit herrlichem Ausblick, der obendrein eine spannende Geschichte hat, dann solltet ihr es dem Kini nachtun, und einen Ausflug hierher unternehmen.
Königlicher Rückzugsort

Die beiden Soiernseen liegen direkt unterhalb der Soiernspitze in über 1.500 Metern Höhe und befinden sich nur 65 Meter voneinander entfernt. Die beiden türkis bis smagradgrün schimmernden Seen werden deshalb „Himmelsaugen“ genannt. Und himmlisch ist es hier wirklich, wie schon Ludwig II. fand. 1866 beauftragte er den Zimmermeister Schwarzenberger aus Lenggries damit, mehrere Häuser rund um die Seen zu errichten. Während seine Bediensteten direkt in den Hütten rund um das Ufer nächtigten, bewohnte er selbst das Soiernhaus 70 Meter über den Gewässern. So konnte er den Blick über die beiden Soiernseen und die Berge der Soierngruppe genießen.
Man legte eigen Wege für den König an, damit dieser mit dem Pferd hinauf zu seiner Hütte und hinab in den Kessel gelangen konnte. Er hielt sich erstmals 1868 in dem Gebirge auf und verbrachte daraufhin immer wieder einzelne Sommertage im Karwendel. Angeblich soll Ludwig besonders gerne bei Vollmond auf die Soierseen hinausgerudert sein. Das Boot schaffte sein Personal dabei unter großen Mühen in die Berge. Und auch wenn er seinen Geburtstag am liebsten im Königshaus am Schachen feierte, so verbrachte er den 25. August zuweilen hier und ließ Feuer rund um die Ufer entzünden.
Traumort Soiernseen
Wollt ihr euch persönlich von der Schönheit der Soiernseen überzeugen, dann begebt ihr euch am besten von Mittenwald aus auf Wanderschaft in die Soierngruppe. Von hier aus folgt ihr erst ein Stück weit der Isar, bevor ihr auf den Forstweg Richtung Fischbachalm einbiegt und den Aufstieg Richtung Soiernhaus unternehmt. Im Oberen Soiernhaus könnt ihr von Mai bis Oktober einkehren und sogar übernachten. Speisen und nächtigen, wo König Ludwig II. einst dasselbe getan hat – das könnt ihr nicht überall! Genießt den wundervollen Anblick auf die beiden Soiernseen, wie auch der Kini sie gesehen hat, bevor ihr euch hinab zu den beiden Gewässern wagt.
Diese werden umrahmt von insgesamt sechs Berggipfel, die sich im klaren Wasser spiegeln. Blickt ihr Richtung Soiernhaus, entdeckt ihr den wunderschönen Wasserfall, der insgesamt über 130 Meter in mehreren Stufen den Berg hinunter stürzt und fließ. In den Seen selbst könnt ihr baden, das Wasser ist jedoch selbst im Hochsommer sehr kalt. Ist Eisbaden weniger euer Ding, solltet ihr zu diesem Zweck lieber einen der anderen Seen im Karwendel aufsuchen, wie den Grubsee oder den Geroldsee. Fürs Auge sind die beiden Soiernseen aber allemal etwas, egal ob aus nächster Nähe oder hoch oben von den Hütte aus.