Wer glaubt, Weihnachten sei mit dem 26. Dezember vorbei, der täuscht sich. Tatsächlich beginnen mit Heiligabend erst die 12 Weihnachtsnächte, die bis zum 06. Januar andauern. Um diese Nächte ranken sich viele Sagen und Bräuche, die auch heute noch begangen werden. Wir erklären euch, was genau es mit den Rauhnächten auf sich hat und was ihr im Münchner unternehmen könnt, um diese zu feiern.
Die Rauhnächte: Zwischen den Jahren

Wann genau die Raunächte beginnen und wie lange sie dauern, unterscheidet sich von Region zu Region. Für einige beginnen sie am Thomastag bzw. Mittwinter am 21. Dezember und dauern bis Neujahr. Woanders fällt die erste Rauhnacht auf Heiligabend und geht bis zu den Dreikönigstag. Wieder andere Regionen feiern nur drei statt zwölf Rauhnächte.
Ihren Ursprung haben sie in vorchristlicher Zeit, bevor wir begannen, den gregorianischen Kalender zu nutzen. Der germanisch-keltische Mondkalender umfasst nur 364 Tage, was zu einer Diskrepanz von elf Tagen und zwölf Nächten führte. Diese Zeit zwischen den Jahren galt als magisch und die gewöhnlichen Naturgesetzt als außer Kraft gesetzt. Die Grenzen zwischen den Welten verwischten, sodass Dämonen und Geister auf der Erde ihr Unwesen treiben konnten. Diese galt es zu vertreiben, woher auch Rauhnacht-Bräuche rühren. Auch der Name „Rauhnächte“ stammt mutmaßlich von Weihrauchpraktiken, die dem Schutz und der Reinigung dienen sollten.
Altertümliche Bräuche

Es gibt zahlreiche Bräuche und Praktiken, die rund um die Zeit zwischen den Jahren entstanden und die teilweise auch heute noch Anwendung finden. In der Mitte der zwölf Nächte, also an Silvester, findet die Wilde Jagd statt. In dieser Nacht steht das Tor zur Anderswelt offen und die Seelen der Verstorbenen kehren auf die Erde zurück. Geister und Dämonen treiben ihr Unwesen und wollen vertrieben werden – beispielsweise mit einem großen lauten Feuerwerk.
Speziell in Bayern feiern wir am 05. Januar die Rauhnächte. Dabei ziehen die Leute von Haus zu Haus und sagen einen Spruch auf: „Heid is d’Raunacht, wer hods aufbrocht? A oida Mann is über Stiag oigrocha, hod se Birei und Borei brocha! Kropfa raus! Kropfa raus! Sunst stech ma enk a Loch ins Haus!“ Die Hausbewohner beschenken die Umherziehenden dann mit Krapfen und Kleingeld. Quasi Halloween auf bairisch!
Außerdem haben auch die Perchten ihren Ursprung in den Raunächten. Diese Gestalten sind dem Krampus in ihrer Erscheinung ähnlich, weshalb die Bräuche auch manchmal vermischt werden. Es gibt sowohl gute Schönperchten als auch schlechte Siechperchten. Erstere treten am Tage auf und bringen Glück uns Segen, während Zweitere vor allem nachts unterwegs sind. Der Brauch wird mit den Perchtenläufen begangen, die bis heute in Bayern und Österreich verbreitet sind.
Die Rauhnächte rund um München

Wenn ihr heuer zwischen den Jahren ein winterliches Abenteuer erleben wollt, könnt ihr an einer der Rauhnachtwanderungen im Fünfseenland teilnehmen. Vom 21. Dezember bis 06. Januar finden diese Wanderungen statt, jede davon unter einem eigenen Motto. Die Route führen euch durch die Regionen Ammersee, Starnberger See, Garmisch-Partenkirchen mit Eibsee und Spitzingsee. Genießt die Natur und seid bei traditionellen Ritualen dabei.
Außerdem könnt ihr am 03. Januar das Mystical „Bayerische Rauhnacht“ von Scharwari noch einmal in Taufkirchen erleben. Lasst euch von der Erzählung des Musiktheaters begeistern und lernt dabei mehr über die Sagen der alpenländischen Traditionen. Tickets für die „Bayerische Rauhnacht“ erhaltet ihr ab 28,90€.