Es gibt viele schöne Aussichtspunkte in und um München, aber nur wenige vereinen tiefgründige Geschichte, Kunstwerke und Wintersport. Der Fröttmaninger Berg im Norden Münchens tut aber genau das – er ist weit mehr als nur ein Hügel.
Von der Bergkuppe aus habt ihr einen der spektakulärsten Ausblicke der Stadt: Direkt gegenüber leuchtet die Allianz Arena, bei klarem Wetter reicht das Panorama über die gesamte Münchner Skyline bis hin zu den Alpen.
Ein Berg aus Geschichte

Was heute wie ein natürliches Naherholungsgebiet aussieht, ist in Wahrheit eine ehemalige Mülldeponie. Ab 1954 wurden hier über 12 Millionen Kubikmeter Abfall der wachsenden Stadt angehäuft. Die ursprüngliche Siedlung Fröttmaning musste diesem riesigen Müllberg fast vollständig weichen. Die Anwohner wurden umgesiedelt und die Häuser abgerissen – bis auf eines: die Heilig-Kreuz-Kirche.
Auf dem Gipfel des 75 Meter hohen Berges steht seit 1999 eine Windkraftanlage. Sie ist fast 100 Meter hoch und gilt als ökologisches Wahrzeichen der Stadt. Seit 2021 hat sie eine noch größere „Schwester“ auf der benachbarten Deponie erhalten.
Am Fuße des Berges befindet sich übrigens eines der faszinierendsten Kunstwerke Münchens: eine originalgetreue Kopie der Heilig-Kreuz-Kirche aus Beton, die halb im Hang des Berges vergraben ist. Dieses „Versunkene Dorf“ ist ein mahnendes Denkmal für den Ort Fröttmaning, der unter dem Müll verschwunden ist. Nur 150 Meter entfernt steht das Original der Kirche – der älteste erhaltene Kirchenbau im Stadtgebiet aus dem 12. Jahrhundert.
Wintersport mitten in München

Der Fröttmaninger Berg ist heute ein beliebtes Ziel für Outdoor-Fans: Hier könnt ihr wandern und radeln und ausgiebige Spaziergänge – im Winter wie Sommer – machen. Direkt angrenzend liegt die südliche Fröttmaninger Heide, ein riesiges Naturschutzgebiet mit seltenen Pflanzen und Tieren.
Und gerade im Winter ist der Fröttmaninger Berg ein Paradies für alle, die gern Skifahren und Rodeln. Wenn genug Schnee liegt, könnt ihr mitten in München Wintersport betreiben! Es gab sogar einmal Pläne für eine Sesselbahn, die jedoch immer wieder verschoben wurde. Gerodelt wird hier auf eigene Gefahr. Bleibt nur zu hoffen, dass der erste Schnee bald fällt.