Zum neuen Jahr 2026 hin ändert sich einiges in München. Wir können uns über den erhöhten Mindestlohn freuen, aber werden uns auch über verschiedene neue Baustellen ärgern müssen. Auch das Leben wird wohl nicht billiger: Wer günstig online shoppen geht, muss tiefer in die Tasche greifen. Und in der Gastronomie bleiben die Preise voraussichtlich hoch – trotz der veränderten Mehrwertsteuer.
Die Bundesregierung hat beschlossen, zum 1. Januar 2026 zum ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent zurückzukehren. Zuletzt lag die Steuer bei 19 Prozent. Mit der Senkung soll die Gastronomie unterstützt werden, aber für Verbraucher:innen folgt nun die Ernüchterung: Ein Preissturz auf den Speisekarten wird ausbleiben. Große Gastro-Riesen und Branchenverbände stellen klar, dass die steuerliche Entlastung nicht beim Gast ankommen, sondern in den Betrieben verbleiben wird. Die 12 Prozent Differenz bei der Mehrwertsteuer fließen direkt in die Deckung der Betriebskosten und die Gewinne der Restaurants.
Die Argumente der Gastronomen

Ketten wie L’Osteria, Burger King oder Nordsee begründen diesen Schritt mit der wirtschaftlichen Realität der letzten Jahre. Die Ausgaben für Personal, Energie und Rohstoffe sind in der Gastro-Branche enorm gesteigen. Laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband dient die Steuersenkung primär der „Zukunftssicherung“.
Anstatt die Preise zu senken, versprechen viele Ketten nur eine Preistiefe: L’Osteria kündigte an, durch die Steuerersparnis auf eigentlich notwendige, weitere Preiserhöhungen verzichten zu können. Burger King spricht von einer „Stabilisierung“ des aktuellen Niveaus. Und Nordsee hält pauschale Senkungen für unmöglich und will allein punktuelle Rabattaktionen durchführen.
Die Kritik aus wirtschaftlicher Perspektive

Steuersenkungen werden in der Regel deutlich seltener an die Kundschaft weitergegeben werden als Steuererhöhungen. Das sorgt auch für Kritik. Während die Wirte auf die dringend benötigte Liquidität verweisen, regt sich Widerstand, vor allem angesichts der Kosten für die Allgemeinheit. Denn das Bundesfinanzministerium rechnet allein für das Jahr 2026 mit Steuerausfällen von rund 3,6 Milliarden Euro.
Kritiker:innen bemängeln, dass hier ein milliardenschweres Subventionspaket geschnürt wurde, das den Bürger:innen keinen direkten finanziellen Vorteil bringt, während der Staat gleichzeitig an anderen Stellen sparen muss.
Für die Gäste in München und dem Rest Deutschlands bedeutet das: Der Restaurantbesuch bleibt damit vorerst ein teureres Vergnügen. Aber die Spirale der Preiserhöhungen könnte durch die Maßnahme zumindest vorübergehend gebremst werden.