Von München ist es nur ein Katzensprung bis in die Berge, was diese zu einem attraktiven Ausflugsziel an den Wochenenden und Feiertage macht. Dabei muss es nicht immer hoch hinaus gehen; ihr könnt genauso gut die entgegengesetzte Richtung einschlagen. Zahlreiche Schluchten und Klammen durchschneiden die Alpen und locken mit ihren abenteuerlichen Pfaden und wildromantischen Landschaften. Die Leutascher Geisterklamm bei Mittenwald ist besonders abwechslungsreich und eignet sich gut für Familien mit Kindern.
Die neu erschlossene Klamm

Die Leutascher Geisterklamm befindet sich im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tirol und gilt mit ihren 1.650 Metern Länge als die längste erschlossene Klamm der östlichen Kalkalpen. Eine erste Erschließung führte man 1880 mit der Anlage des Wasserfallsteigs durch. Doch erst 2006 erfolgte die vollständige Erschließung mit der Schaffung einer völlig neuen Route unabhängig des Pfads zum Wasserfall. Mit gerade einmal 20 Jahren ist die Leutaschklamm ein noch recht junges Ausflugsziel, das in deutsch-österreichischer Zusammenarbeit entstand.
Abenteuer Geisterklamm

Wenn ihr die Leutascher Geisterklamm besuchen wollt, startet ihr in Mittenwald, von wo ihr die Schlucht betretet und nach Österreich herüber wandert. Auf mehreren Stahlsteigen und über Brücken erkundet ihr die Klamm in bis zu 75 Metern Höhe, während unter euch die Leutasch entlang rauscht.
Anders als die Höllentalklamm sind die Wege hier gut zu bewältigen und daher auch für Kinder gut geeignet. Insgesamt stehen euch vier verschiedene Routen zur Verfügung, die euch auf verschiedenen Pfaden an 40 verschiedenen Wegepunkten vorbeiführen. Dabei erfahrt ihr mehr über Flora und Fauna der Landschaft und lernt so manchen Mythos kennen.
Einer dieser Wege führt euch zum 23 Meter hohen Wasserfall am Ende der Leutaschklamm. Die Holzbohlen führen euch nah über die Leutasch und sind dem ursprünglichen Wasserfallsteig von 1880 nachempfunden. Um den Wasserfall selbst besichtigen zu können, zahlt ihr Eintritt, wohingegen die Schlucht kostenfrei ist. Im Gegensatz zu den meisten anderen Schluchten, die erst im Frühjahr öffnen, ist die Leutascher Geisterklamm prinzipiell das ganze Jahr über betretbar. Jedoch kann es sein, dass sie bei starkem Schneefall schließen muss.