Bayern ist und bleibt das Land der berühmten Burgen, Schlösser und Kloster. Tagesausflüge laden uns dazu ein, noch mehr von der Münchener Umgebung zu erleben. Und wer prachtvolle Sehenswürdigkeiten wie das Märchenschloss Linderhof oder die Blutenburg mit ihrer tragischen Romanze schon kennt, sollte unbedingt auch das Kloster Ettal besuchen. Das berühmte Benediktinerkloster ist für seine beeindruckende Geschichte, barocke Architektur und vielfältige Traditionen bekannt. Es zählt zu den wichtigsten religiösen, kulturellen und touristischen Sehenswürdigkeiten der Region.
Eine sagenhafte Geschichte

Das Kloster Ettal wurde 1330 von König Ludwig dem Bayern gegründet – wie so viele andere berühmte Orte rund um München. Und die Gründung beruht auf einer kleinen Legende: Demnach brachte er eine kleine Marmorstatue der Muttergottes aus Italien mit. Ein Engel soll ihm dieses Marienbild in Rom übergeben und den Auftrag zur Klostergründung gegeben haben. Bis heute wird es als „Unsere Liebe Frau Stifterin“ verehrt.
Eine weitere berühmte Sage berichtet, dass Ludwigs Pferd bei der Heimreise im Ammergebirge dreimal niederkniete, was der Kaiser als göttliches Zeichen deutete, genau dort das Kloster zu erbauen. In der Basilika erinnert ein Gemälde eines knieenden Einhorns an diese Überlieferung.
Ursprünglich bestand das Kloster Ettal aus einem Mönchs-, einem Frauenkonvent sowie einem Ritterkonvent für zwölf Ritter. Die Klostergründung war nicht nur religiös motiviert, sondern sollte auch den Verkehrsweg und die wirtschaftliche Entwicklung in der Region fördern. Es war strategisch mitten auf der Handelsroute von Augsburg nach Verona (Via Imperii) platziert.
Architektur aus aller Welt

Wer das Kloster Ettal besucht, wird mit weltberühmter Architektur belohnt. Die Basilika zählt zu den Höhepunkten barocker Baukunst in Bayern! Die Rococo-Sakristei gilt als die schönste überhaupt in ganz Süddeutschland. Mit ihrer imposanten Kuppel, prachtvollen Altären, Fresken und Stuckarbeiten ist die Basilika ein Must-See bei eurem Bayern-Ausflug.
Auch die Räume innerhalb des Klosters sind sehenswert. Dazu gehören das „Dresdner Zimmer“ und der „Chinesischer Saal“. Das Dresdner Zimmer befindet sich im ehemaligen fürstlichen Appartement des Klosters und stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der Name leitet sich von der Aussicht auf das Dresdner Elbufer ab, wie es sich im 18. Jahrhundert darstellte – vermutlich finden sich entsprechende Malereien oder Anspielungen im Raum. Es wurde für besondere Gäste oder repräsentative Zwecke genutzt.
Der „Chinesische Saal“ entführt euch in fernöstlich inspirierte Stimmungen. Es ist ein lichtdurchfluteter, festlicher Raum, der als Gesellschafts- und Empfangssaal für hochrangige Gäste diente. Gerade im 18. Jahrhundert waren „chinesische“ Einflüsse in der Raumgestaltung sehr angesagt, was sich in dekorativen Elementen, Möbeln und Wandverkleidungen widerspiegelt.
Was heute dort zu erleben ist

Das Kloster ist noch immer aktiv. Heute leben rund 30 Mönche in Ettal, die nach dem Grundsatz „Ora et labora“ (Beten und Arbeiten) ihren Alltag verbringen. Es gibt dort ein Gymnasium mit Ganztagsbetreuung. Und das ist noch nicht alles: Zum Kloster gehören auch eine Destillerie, eine Brauerei, landwirtschaftliche Betriebe und touristische Einrichtungen wie Gasthöfe und ein Hotel. Und der Panoramablick ist die Anfahrt wert. Denn ihr findet das Kloster zwischen Ammer- und Loisachtal auf zirka 900 Meter Höhe.
Wenn ihr also ein Wochenende fernab von München verbringen wollt, seid ihr hier genau richtig. Das Kloster Ettal bietet Führungen, Gottesdienste sowie kulturelle Veranstaltungen an. Gleichzeitig ist die schönste Natur der Ammergauer-Alpen direkt vor der Haustüre. Geht im Sommer wandern oder klettern, im Winter führen die wahrscheinlich längsten Loipen Bayerns mit weit über 50 Kliometern direkt am Kloster vorbei. Sicher ist: Das ganze Jahr über gibt es hier etwas zu entdecken!