Wenn im Sommer die Sonne vom Himmel brennt, dann zieht es die Münchnerinnen und Münchner in die Parks der Stadt, wo sie im Schatten der Bäume Zuflucht vor der Hitze suchen. Besonders beliebt sind natürlich der Südteil des Englischen Gartens oder auch der Nymphenburger Schlosspark. In letzterem könnt ihr wie in mit der Gondel den Kanal entlangschippern und euch dabei wie in Venedig fühlen. Doch wer von euch war eigentlich schon einmal am anderen Ende des Nymphenburger Schlosskanals? An dessen Ende liegt nämlich der Grünwaldpark mit einer echten Architekturperle. Wollt ihr also einmal eine neue Ecke von München entdecken, dann schaut bei eurem nächsten Ausflug ins Grüne unbedingt hier vorbei.
Klein, aber mit Wirkung

Der Grünwaldpark gehört mit seinen drei Hektar Fläche eher zu den kleinere Exemplaren seiner Art in München und dürfte daher von vielen keine Beachtung finden. Dabei hat er, trotz seiner kompakten Größe, einiges zu bieten. Betretet ihr den Grünwaldpark von Süden her kommend, wirkt er zunächst sehr unscheinbar, dabei findet sich hier direkt die erste Besonderheit. Durch das südliche Ende der Grünanlage verläuft eine Tramschleife, die es schon 1892 gab. Damals verlief zwischen dem Grünwaldpark und der Adalbertstraße die weiße Linie der Pferdebahn – einer Tram, die ein Pferd zog.
Der Grünwaldpark bietet euch sehr viel Schatten, sodass ihr an heißen Tagen nicht der Sonne ausgesetzt seid und hier entspannen, lesen oder picknicken könnt. Ist euch das zu langweilig, hat der Park so einiges an Aktivitäten zu bieten. Kinder toben sich auf dem großzügigen Spielplatz aus, während ihr euch bei einer Partie Tischtennis oder beim Streetball messt. Im Winter verwandelt sich die Erhebung im Park in einen 1a Rodelhügel. Das wahre Highlight erwartet euch jedoch am nördlichen Ende des Parks, wofür ihr einmal die Straße queren müsst.
Der Hubertusbrunnen am Grünwaldpark

Sobald ihr aus den Bäumen hervortretet und die Südliche Auffahrtsallee überschreitet, entdeckt ihr ihn: Den Hubertusbrunnen. Dieser liegt am östlichen Ende des Nymphenburger Schlosskanals. Vom Brunnen aus blickt ihr über das Wasser bis zum Schloss selbst, das hoheitlich in der Entfernung emporragt. Der Brunnen selbst ist aber ebenfalls sehr eindrücklich und weitaus weniger bekannt. Selbst an einem sonnigen Samstag sammeln sich nur wenige Leute an dessen Fuß und genießen den Blick über den Kanal. Über den spannt sich in wenigen Metern Entfernung eine steinerne Brücke, von der ihr wahlweise auf das Schloss oder den Brunnen blickt.
Der Hubertusbrunnen wurde zu Ehren des 85. Geburtstags von Prinzregent Luitpold von 1903 bis 1907 errichtet und stand ursprünglich vor dem Nationalmuseum. Der Bildhauer Adolf von Hildebrand zeichnete sich für dessen Umsetzung verantwortlich. Während der NS-Zeit musste er den Plänen der Nazis weichen und erlebte erst 1954 seinen Wiederaufbau am heutigen Standort beim Grünwaldpark. Der Brunnen ist als Tempel errichtet und weist in seinem Inneren ein ovales Wasserbecken auf, in dessen Mitte die Figur eines Hirschs steht. Die Säulen, die das Gewölbe stützen, bestehen aus Marmor. Ihr könnt den Pavillon nicht betreten, aber ihr könnt von Außen hineinschauen.
Außen befindet sich an jeder der vier Ecken des Brunnens eine Figur: Die junge Jägerin, das Wurzelweib, der alte Jäger und der Bogenschütze. Zu ihren Füßen könnt ihr euch niederlassen. Auf dem Dach thront der Heilige Hubertus, der Namensgeber des Brunnens. Der Hubertusbrunnen beeindruckt vor allem durch seine Größe und seine barocke Architektur, weshalb er zurecht den Beinamen „Schmuckstück Hildebrand“ trägt. Ihr könnt euch direkt an den Brunnen setzen oder auf eine der Bänke entlang des Schlosskanals. Oder ihr dreht einfach eine kleine Runde unter den Bäumen und kehrt über die Brücke zurück in den Grünwaldpark.