Wild, gezähmt und schließlich wieder frei: Wenn ihr heute an der Isar unterwegs seid, könnt ihr euch kaum vorstellen, dass der Fluss einst in ein enges Betonbett gezwängt war. Im Jahr 2000 starteten die Stadt München und der Freistaat Bayern das Renaturierungsprojekt namens „Isar-Plan“. Bis 2011 wurde ein acht Kilometer langer Abschnitt zwischen der Großhesseloher Brücke und dem Deutschen Museum für rund 35 Millionen Euro aufwendig umgestaltet. Das Ziel war ein verlässlicher Hochwasserschutz, die Wiederherstellung der Ökologie und ein spürbar höherer Freizeitwert für euch. Sogar Metropolen wie Los Angeles nahmen sich das Münchner Vorbild zum Anlass für eigene Pläne.
Wie aus Bausünden ein lebendiges Naturparadies wurde

Nach verheerenden Überschwemmungen entschied man sich im 20. Jahrhundert für eine künstliche Begradigung. Dieses engmaschige „Korsett“ zerstörte jedoch die Lebensräume für Mensch und Tier. Ab dem Jahr 2000 rückten Bagger an, um das Flussbett zu vertiefen und flachere Ufer anzulegen. Dabei stieß man auf Kriegsschutt und Altlasten im Erdreich, die aufwendig entsorgt werden mussten. Um Deichbäume zwischen dem Marienklausensteg und der Thalkirchener Brücke zu erhalten, zog man Dichtwände aus Erdbeton ein.
Das große Hochwasser 2005 half der Isar zudem, eigenständig neue Schlingen und Kiesbänke zu formen. Durch Rückzugsorte wie die Weideninsel an der Wittelsbacherbrücke und ruhige Fischzonen kehrten Tierarten wie der himmelblaue Bläuling und viele weitere nützliche Insekten in das Gebiet zurück. Im Zuge des ökologischen Umdenkens wurden auch historische Gewässer wie der Auer Mühlbach und das idyllische „Klein-Venedig“ schrittweise von ihren Betondecken befreit und als naturnahe Stadt-Oasen freigelegt.
So erkundet ihr die schönsten Stationen der Isar

Für Nachhaltigkeitsinteressierte bietet sich eine kleine Stadt-Exkursion von gut zweieinhalb Kilometern an. Startet an der Wittelsbacherbrücke, deren Sitzstufen im Sommer sehr beliebt sind. Weiter geht es vorbei an geschützten Uferabschnitten direkt zum Flaucher, wo ihr die saubere Badequalität des Flusses genießen könnt. Abschließend erlebt ihr am Isarwerk, wie grüne Energiegewinnung und Naturschutz vereint werden.
Die Isar bietet euch die perfekte Mischung aus Unternehmung und Erholung. Erlebt eine erfrischende Isar-Floßfahrt mit Musik, ein ruhiges Picknick auf den Kiesbänken am Flaucher oder entspannte Feierabend-Drinks am Kulturstrand auf der Museumsinsel. Entdeckt darüber hinaus idyllische Orte wie das Naturbad Maria Einsiedel, genießt die Stille an der Marienklause oder blickt vom Rosengarten aus aufs Wasser. Hier findet ihr an sonnigen Tagen garantiert euer ganz persönliches Großstadt-Urlaubsfeeling!