Der Münchner Ratskeller war eine echte Institution direkt am Marienplatz. Umso trauriger war die Nachricht, dass die Wirtschaft in dem historischen Gewölbe ihre Pforten schließen musste. Einige Glückliche konnten sich noch ein paar Erinnerungsstücke auf dem Flohmarkt zu Jahresanfang schnappen. Seither ist das traditionsreiche Lokal geschlossen und seine Zukunft ungewiss – bis jetzt. Die Stadt hat neue Pläne für den Ratskeller, die eine vorübergehende Zwischennutzung vorsehen.
Schließung wegen Sanierungsbedarfs

Der Ratskeller entstand zusammen mit dem ersten Gebäudeteil des Neuen Rathauses und war von Anfang an bewirtet. Mit seinen Kreuzgewölben versprüht er einen ganz besonderen Charme und er erlangte mit der Zeit ähnlichen Kultstatus wie das Glockenspiel einige Etagen höher. In den zehn Räumen hatten bis zu 1.000 Leute Platz, die hier bayerische Küche sowie Wein und Bier genossen. Mittlerweile besteht allerdings Sanierungsbedarf, ein Kostenpunkt, den die ehemaligen Wirte nicht stemmen konnten. So ließen sie den Pachtvertrag zu Ende 2025 auslaufen und schlossen den Ratskeller.
Eine dauerhafte Wiedereröffnung ist erst dann möglich, wenn sowohl das Gewölbe als auch das restliche Rathaus saniert werden. Die Bauarbeiten im Rathaus sollen jedoch frühestens 2032 beginnen, womit der Ratskeller über fünf Jahre zu bleiben müsste. Darüber hinaus könnte sich die Sanierung mit einem Zuschlag zu den Olympischen Spielen 2036 weiter verschieben. Daher stellt die Stadt jetzt Überlegungen für eine potenzielle Zwischennutzung des Untergeschosses an und fasst konkret zwei Pläne für den Ratskeller ins Auge.
Die möglichen Pläne für den Ratskeller

Damit der Ratskeller nicht jahrelang leer steht, hat die Stadt München aktuell zwei Ideen ausgearbeitet, die ihm neues Leben einhauchen würden. So könnten die Räume als Veranstaltungsfläche dienen, in denen Comedy, Musik, Theater, Lesungen oder sonstige kulturelle Angebote Platz finden würden. Eine kleine Bistroküche würde für das leibliche Wohl sorgen. Der Kostenpunkt läge bei etwa 2 Millionen Euro und eine Vermietung wäre bereits ab Mitte 2028 möglich.
Die zweite Idee sieht ein neuerliches gastronomisches Angebot vor. In diesem Fall könnten nur 30% der Fläche genutzt werden und eine Hauptküche stünde nicht zur Verfügung. Die Kosten hierfür lägen bei ca. 4 Millionen Euro und ein Start wäre frühestens 2029 denkbar. Die beiden Großbrauereien Augustiner und Löwenbräu hätten wohl bereits ihr Interesse bekundet. Wie es letztlich mit dem Gewölbe weitergeht und welche Pläne für den Ratskeller Wirklichkeit werden, darüber will die Stadt im Dezember beraten.