In München habe so einige bekannte Persönlichkeiten und brillante Köpfe gelebt und ihre Spuren hinterlassen, wie beispielsweise Arnold Schwarzenegger, Freddie Mercury und Albert Einstein. Der berühmte Schriftsteller Thomas Mann kann sich ebenfalls in diese Liste einreihen. Rund zwanzig Jahre verbrachte er in der Isarmetropole und erhielt in dieser Zeit sogar den Literaturnobelpreis. Die Adresse, an der seine Villa stand, ist bis heute von kultureller Bedeutung.
Das Anwesen in Bogenhausen

Im Jahr 1913 erwarb Thomas Mann ein Grundstück am Herzogpark in Bogenhausen und ließ darauf eine Villa bauen. Ein Jahr später zog er mit seiner Familie in das bürgerliche Anwesen ein, das sowohl medial als auch literarisch immer wieder rezipiert wurde. Die Architektur war „bürgerlich-herrschaftlich“, wie Peter de Mendelssohn sie beschrieb, mit einem dominanten Erker. Thomas Mann selbst fand in dem Haus und dem umgebenden Villenviertel große Inspiration, was sich in mehreren seiner Werke niederschlägt, beispielsweise in „Herr und Hund“ und dem „Zauberberg“.
In der Villa habe laut Mann Familie eine strenge Arbeitsatmosphäre geherrscht. Diese trug vermutlich dazu bei, dass in dieser Zeit einige seiner bedeutendsten Werke entstanden, die ihm 1929 schließlich die Auszeichnung mit dem Literaturnobelpreis einbrachten. Aufgrund dessen gilt die Thomas-Mann-Villa bis heute als literarischer Erinnerungsort, auch wenn das Original nicht mehr steht.
Die alte und neue Thomas-Mann-Villa
In der NS-Zeit musste die Familie die Villa verlassen und ging ins Exil, da Thomas Mann enteignet wurde. Während des Kriegs trug das Gebäude schwere Schäden davon, im Anschluss diente es als Unterkunft für ausgebombte Personen. 1948 erhielt Thomas Mann sein Grundstück zurück, das Gebäude befand sich jedoch in einem ruinösen Zustand. Vier Jahre später ließ die Stadt das Gebäude aufgrund der Seuchen- und Einsturzgefahr räumen und abreißen.
Thomas Mann verkaufte das Grundstück darauf hin und es entstand zunächst ein Bungalow. Dieser fiel 2006 jedoch ebenfalls dem Abriss zum Opfer und ein Nachbau der Villa nahm dessen Platz ein. Während die Fassade dem ursprünglichen Bau gleicht, ist die innere Raumaufteilung eine andere als noch 1913. Die neue Villa wechselte 2015 erneut den Besitzer – und gehört seither einem Investor namens Thomas Manns.
Dieser soll um die 30 Millionen Euro für den Nachbau des Anwesens seines Namenvetters gezahlt haben. Es dient als privates Wohnhaus und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Einen weiteren Nachbau der Thomas-Mann-Villa befindet sich außerdem als Kulisse in den Bavaria Filmstudios in Geiselgasteig.