Für viele ist die Wiesn in erster Linie Gaudi und Brauchtum. Hunderttausende Menschen vergnügen sich hier täglich, um die 6 Millionen Besucher sieht das Fest in den gesamten 16 Tage. Das hinterlässt natürlich seine Spuren – vor allem weil es auf dem Oktoberfest und darum herum kaum Mülleimer gibt. Diese Sicherheitsmaßnahme sorgt dafür, dass täglich Tonnen an Müll anfallen. Damit die Stadt darin nicht erstickt und ihr ein schönes Fest genießen könnt, ist jede Nacht die Straßenreinigung auf dem Oktoberfest aktiv und macht bis zum nächsten Morgen wieder klar Schiff.
Nächtliche Heldinnen und Helden
Während München nach einem Wiesn-Tag schläft, beginnt für das Baureferat die Arbeit. In einem kurzen Zeitfenster zwischen 2:00 und 8:30 Uhr rückt die Straßenreinigung aus, um die Hinterlassenschaften der Oktoberfestbesuchenden zu beseitigen. Nach nur einem einzigen Festtag liegt tonnenweise Müll auf den Straßen und Gehwegen rund um die Festwiese und an der Hackerbrücke. Die Reinigungsarbeiten müssen abgeschlossen sein, bevor der reguläre Verkehr einsetzt und die nächsten Besucher auf das Gelände strömen.
Antje Saft, die Leiterin der Straßenreinigung der Stadt München, koordiniert den großangelegten Einsatz. Insgesamt sind rund 450 Kolleginnen und Kollegen beteiligt, um das Areal sauber zu halten. Die Schichten der Straßenreinigung beginnen täglich bereits um 4:00 Uhr morgens und dauern bis abends um 20:30 Uhr an. In der Dunkelheit arbeiten sich große Kehrmaschinen und Teams zu Fuß systematisch durch die Straßen, um Becher, Essensreste und Verpackungen zusammenzutragen.
90 Tonnen Abfall im vergangenen Jahr

Die Menge an Müll, die nach den Feiern zusammenkommt, ist beachtlich. Allein am ersten Wiesn-Sonntag füllte der zusammengekehrte Abfall zwei komplette Baggerwägen. Im vergangenen Jahr sammelten die Einsatzkräfte während der gesamten Festzeit insgesamt 90 Tonnen Müll ein. Pünktlich zum Sonnenaufgang ist der schwerste Teil der Arbeit getan. Wenn die Stadt aufwacht und die ersten Pendler unterwegs sind, zeigen sich die Straßen und Treppenaufgänge rund um die Theresienwiese und die Bavaria wieder komplett gereinigt.
Dass so viel Müll anfällt, liegt teilweise auch daran, dass es auf der Wiesn selbst seit dem Anschlag in den 1980ern kaum noch Mülleimer auf dem Gelände gibt. Dadurch will man verhindern, dass Sprengstoff oder andere gefährliche Gegenstände in den Behältern platziert werden können. An einzelnen Ständern der Betreibenden gibt es aber dennoch Müllsäcke. Wollt ihr den tatkräftigen Mitarbeitenden der Stadtreinigung also einen Gefallen tun, dann entsorgt euren Müll dort, oder nehmt ihn mit, bis ihr ihn woanders loswerden könnt. So haben wir alle ein schöneres Oktoberfest und ein schöneres München.