Wir alle sind schon etliche Male am markanten Futuro-Haus vor der Pinakothek der Moderne vorbeigelaufen. Doch wusstet ihr, dass ihr das UFO im Kunstareal auch betreten könnt? Aktuell öffnet der retro-futuristische Bau seine Luke für euch und zeigt in seinem Inneren die Ausstellung „Faded Future“. Zu sehen sind Aufnahmen einer ähnlichen, aber weitaus weniger gut erhaltenen Architektur aus Asien. Wir haben für euch einen Blick hinein geworfen.
Das steckt hinter dem Futuro-Haus

Nicht nur München hat ein UFO: Bei den Futuro-Häusern handelt es sich um einen Entwurf des finnischen Architekten Matti Suuronen aus dem Jahr 1968. Die Häuser werden größtenteils aus Kunststoff gefertigt und messen ca. 36 m² Fläche. Welche Funktion ihnen letztlich zukommt, bleibt den Eigentümern überlassen. Sie können als Ferienunterkunft dienen, als Arbeitsraum oder eben als Museum, wie das Futuro-Haus in München.
Wie viele UFO es insgesamt gibt, kann dabei keiner genau sagen, doch man geht von etwa 60 Stück aus. In Deutschland stehen sie u. a. in Berlin, Frankfurt und in Traunstein. Das Münchner Exemplar stand zuvor 40 Jahre lang in Vlotho, dann weitere 5 Jahre in Witten, bevor die Pinakothek der Moderne es 2015 kaufte. Seither steht es auf der Wiese des Museums und dient dabei selbst als Ausstellungsraum.
Faded Futures: Von der Ferienanlage zum Lost Place
Aktuell ist im Futuro-Haus die Ausstellung „Faded Futures“ zu sehen. Die Schau präsentiert 15 Werke des Münchner Fotografen Michael Nischke, die den Verfall des sogenannten „UFO-Village“ im taiwanesischen Wanli dokumentieren. Anfang der 1980er Jahre hatte ein lokaler Geschäftsmann an der Nordküste Taiwans einen Ferienpark errichten lassen. Die Gebäude waren unautorisierte Nachbauten der originalen Futuro-Häuser.
Die Geschichte der asiatischen UFO-Siedlung war jedoch nur von kurzer Dauer. Bereits wenige Jahre nach der Fertigstellung wurden die Bauten wieder verlassen. Die ungünstige Lage und die rauen Wetterbedingungen an der Küste führten zum schnellen Niedergang des Projekts. Die futuristischen Bauten verfielen zusehends und wurden von der üppigen Vegetation zurückerobert. Michael Nischke hält diesen Zustand als Lost Place in seinen seit 2020 entstandenen Fotografien fest.
Die Präsentation im Münchner Futuro-Haus bietet einen direkten Kontrast zwischen dem gepflegten Ausstellungsraum und den Ruinen der Nachbauten. Die Bilder dokumentieren dabei einen Ort, der bald ganz verschwunden sein könnte. Mittlerweile haben Bagger damit begonnen, Teile der Anlage in Taiwan samt der umwuchernden Natur restlos zu beseitigen. Ihr könnt die Ausstellung kostenlos besuchen, wobei sie nur an drei Tagen in der Woche für euch öffnet. Am besten schaut ihr sonntags vorbei, wenn der Eintritt in die Pinakotheken nur 1€ kosten, und verbindet beides miteinander.
📍 Ort: Futuro-Haus, Pinakothek der Moderne
🕐 Öffnungszeiten: Mittwoch 15 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 15 bis 18 Uhr
💶 Preisinformation: Kostenlos