In Bayern gibt es viele bekannte Klöster, die durch ihre Architektur (und oft auch durch ihr Bier) begeistern. Eine besondere Barockperle ist die Benediktinerabtei Metten, die nicht nur über eine prächtige Kirche, sondern auch eine beeindruckende Bibliothek verfügt. Aber nicht nur optisch macht Kloster Metten etwas her – die Anlage blickt nämlich auf eine spannende Geschichte zurück und spielte eine maßgebliche Rolle in der Säkularisation Bayerns.
Eine 1.260-jährige Geschichte

Kloster Metten wurde 766 im Landkreis Degendorf gegründet und gilt als eines der bayerischen Urklöster. Karl der Große, damals noch fränkischer König, stellte das Kloster unter seinen Schutz und verlieh im Immunität. Im Laufe der Zeit änderte sich die äußerliche Gestalt des Klosters mehrmals und es erfuhr mehrere Erweiterungen. Nach der Reformationszeit erhielt es eine barocke Umgestaltung, die sein äußeres Erscheinungsbild bis heute prägt. Besonders augenfällig ist die Klosterkirche mit seinem Kuppelbau, flankiert von zwei Zwiebeltürmen. Das Innere der Kirche zieren detaillierte Fresken und Stuckaturen und auf dem Altar prangt ein Gemälde von Cosmas Damian Asam.
Schließlich kam es zu Beginn des 19. Jahrhunderts zur Säkularisation in Bayern und diese machte auch vor Kloster Metten nicht Halt. Die Abtei löste sich auf, die Besitztümer wurden in großen Teilen versteigert. Doch als König Ludwig I. 1830 den Entschluss fasste, das bayerische Klosterleben wieder auferstehen zu lassen, war Metten die erste Anlage, in der erneut Mönche siedelten. Damit wurde es zum Ausgangpunkt für das Wiederaufleben der Klosterkultur. In diesem Zuge entstand übrigens auch die Abtei St. Bonifaz in München, in der Ludwig mit seiner Therese seine letzte Ruhe fand.
Die Bibliothek im Kloster Metten
Über die Jahrhunderte entwickelte Kloster Metten sich zu einem Ort des Wissens und beheimatet bis heute ein Gymnasium, an dem die Mönche unterrichten. Früher gab es sogar ein Internat, diese hatte man jedoch 2017 aufgelöst. Besonders bekannt ist aber vor allem die barocke Klosterbibliothek von Metten. Sie entstand parallel zur Klosterkirche im 18. Jahrhundert, weshalb dieselben Personen an ihrer Gestaltung beteiligt waren. So zieren die Bibliothek ebenfalls schnörkelige Fresken und das Deckengemälde weist zahlreiche Details auf.
Fast der gesamte Originalbestand der Bibliothek fiel der Säkularisation zum Opfer. Trotzdem konnte man seither wieder einen umfangreichen Stock aufbauen, der um die 300.000 Bände umfasst. Damit gilt Metten als eine der größten Klosterbibliotheken Bayerns. Im Rahmen einer Führungen könnt ihr das Prunkstück selbst bewundern und mehr über die Bibliothek erfahren. Diese finden von Dienstag bis Samstag jeweils um 10 und um 15 Uhr und sonntags ebenfalls um 15 Uhr statt. Im Anschluss könnt ihr in der Klostergärtnerei einkaufen, während sich eure Kinder über die Ziegen im Streichelzoo freuen. Und ein Besuch im hiesigen Café bildet den perfekten Tagesausklang.
📍 Ort: Abteistr. 3, 94526 Metten
🕐 Führungszeiten Bibliothek: Dienstag bis Samstag 10 und 15 Uhr, Sonntag 15 Uhr
💶 Preisinformation: Erwachsene 5€, Kinder 4€