Münchner Kunstliebhabende halten sich vor allem westlich der Isar im Kunstareal auf, wo sich rund um die Pinakotheken und den Königsplatz eine Ausstellung an die nächste reiht. Aber auch an anderen Orten könnt ihr bedeutende Kunstwerke bewundern, die ebenso zu begeistern Wissen. Die Villa Stuck in Haidhausen ist so ein Ort, an dem bereits das Gebäude ein eigenes Kunstwerk ist. Sie beherbergt die Werke des Malers und Bildhauers Franz von Stuck, sowie weiterer namenhafter Künstler vom 19. Jahrhundert bis heute.
Ein bauliches Gesamtkunstwerk

Franz von Stuck war ein Zeichner, Bildhauer und Maler, der nicht nur selbst Kunst schuf, sondern auch unterrichtete. Zu seinen Schülern gehörten Paul Klee, Heinrich Strieffler und Wassily Kandinsky, dessen Werke ihr im Lenbachhaus zu sehen bekommt. Die Kunst von Stuck findet ihr wiederum in seiner eigenen Villa, die er selbst entwarf und Ende des 19. Jahrhunderts in der Prinzregentenstraße nahe der Maximiliansanlagen erbauen ließ. Das Haus diente ihm als Wohnort und als Atelier, in dem er seine Arbeit verrichtete. Dabei konzipierte er den Bau als Gesamtkunstwerk bestehend aus Hauptgebäude, Atelier und Garten. Nach seinem Tod gehörte die Villa Stuck zunächst seiner Tochter und später deren Sohn. Letzterer verkaufte sie unter der Bedingung, das daraus ein Museum werde.
Von Außen weist die Villa Stuck antike Elemente auf, wohingegen sie sich im Inneren am Jugendstil orientiert. Den Künstlergarten legte Franz von Stuck persönlich als antiken Skulpturengarten an, welcher sich in drei Gartenzimmer unterteilt. Diese wurden erst kürzlich restauriert und im Mai 2026 neu eröffnet. Die prunkvolle Villa an sich ist schon einen Besuch wert, da ihr hier durch prächtige Räume mit reichen Verzierungen und antikem Mobiliar wandert, das auf der Pariser Weltausstellung eine Goldmedaille erhielt. Die Decke des Musikzimmers sieht aus wie ein himmlisches Gewölbe, das mit Sternen überseht ist und vom Atelier aus blickt ihr durch eine großzügige Fensterfront auf die Prinzregentenstraße. Entdeckt das vielseitige Gebäude und den idyllischen Garten bei einem Abstecher zur Villa Stuck.
Ausstellungen in der Villa Stuck
Nicht nur architektonisch ist das Museum ein Schmuckstück, auch seine Sammlung kann sich sehen lassen. Den Kern der Villa Stuck bildet natürlich die Dauerausstellung zum Gesamtwerk von Franz von Stuck, das Gemälde, Zeichnungen und Plastiken umfasst. Darunter befindet sich sein wohl berühmtestes Bild „Die Sünde“, die ihr hier in der Version von 1906 zu sehen bekommt. Das Original von 1893 könnt ihr wiederum in den Pinakotheken finden. Neben den Werken Stucks gibt es im Museum auch immer mehrere Sonderausstellungen zu wechselnden Künstlerinnen und Künstlern vom 19. bis ins 21. Jahrhundert.
Ihr könnt die Villa Stuck selbstständig erkunden oder bei einer Führung mitmachen, um mehr über die Hintergründe der Kunstwerke zu erfahren. Dazu gibt es weitere abwechslungsreiche Programmpunkte, inklusive einem Angebot speziell für Jugendliche und Kinder. Lauscht Konzerten und Kunstgesprächen oder werdet in Kursen selbst kreativ. Jeden ersten Freitag im Monat besucht ihr die Villa Stuck bei „Friday Late“ von 18 bis 22 Uhr kostenlos. Seit der Wiedereröffnung 2026 gibt es außerdem ein neues Café im Museum, in dem ihr nach eurem Besuch noch ein bisschen länger verweilen könnt.
📍 Ort: Prinzregentenstr. 60
🕐 Öffnungszeiten: Di & Do-So 10 bis 18 Uhr, Mi 10 bis 20 Uhr
💶 Preisinformation: regulär 9€, ermäßigt 5€, jeden ersten Freitag im Monat kostenfrei