Auf den Gründen der bayerischen Seen liegt so manch Kurioses, von VW Käfern bis hin zu Flugzeugen. Dass jedoch gleich ein ganzes Dorf unter Wasser liegt, ist aber doch eher eine Seltenheit. Im Sylvensteinspeicher bei Lenggries ist jedoch genau das der Fall. Was es damit auch sich hat, wann ihr das Dorf erblicken könnt und was es ansonsten rund um den Sylvensteinsee zu erleben gibt, verraten wir euch hier.
Das Dorf im See

Der Sylvensteinspeicher wurde in den 1950er Jahren als Stausee angelegt, um den Wasserstand der Isar zu regulieren, wobei er bis zu 124 Millionen Kubikmeter Wasser fassen kann. Er dient dazu, Hochwasser zu verhindern und die Isar in Trockenzeiten mit ausreichend Wasser zu versorgen.
Vor dem Bau des Sees lag im Isarwinkel das kleine Dörfchen Fall mit seinem hübschen Holzhäuschen und seiner Dorfkapelle. Zur Umsetzung des Sylvensteinspeichers war es notwendig, das Dorf zu verlegen und dessen Bewohnende umzusiedeln. So riss man Alt-Fall ab und errichtete es 100 Meter weiter, oberhalb des künftigen Sees, als Neu-Fall. Die alte Siedlung wurde geflutet und verschwand im See.
Normalerweise liegt Alt-Fall gänzlich im See verborgen, doch nach langen Trockenperioden oder bei Absenkung des Wasserspiegels bekommt ihr die Mauerreste zu sehen. Der Legende nach soll man sogar die Spitze des Kirchturms sehen können und manchmal hört man die Glocken läuten. Tatsächlich existiert der Turm aber nicht, da er dem Abriss zum Opfer fiel. Von Neu-Fall aus führt seit 1957 eine eindrucksvolle Straßenbrücke über den Sylvensteinspeicher zum Staudamm.
Erholungsgebiet Sylvensteinspeicher

Der Sylvensteinsee erinnert durch seine landschaftliche Einbettung und die längliche Form an einen Fjord. Rund um sein Ufer erwarten euch zahlreiche natürliche wie bauliche Highlights, die ihn zu einem beliebten Ausflugsziel machen. Wie bereits erwähnt ragt zum einen die Faller-Brücke imposant aus dem Wasser empor und führt euch zum Damm des Speichers. Von hier aus habt ihr einen sagenhaften Blick über das glitzernde Wasser und auf das Bergpanorama.
Generell bietet der Sylvensteinspeicher sich ideal zum Wandern oder Radfahren an. Ihr könnt beispielsweise dem Schürpfenwasserfall einen Besuch abstatten und von dort zum Ausgangskatarakt weiterziehen. Von hier aus könnt ihr die Klamm betreten oder ihr steigt hinauf zur Brücke und beobachtet den Wasserlauf der Dürrach. Sehnt ihr euch nach einer Abkühlung, könnt ihr im Sylvensteinspeicher baden. Die Wassertemperatur liegt meist unter 20°C und ist damit eher frisch. Wenn ihr also keine klassischen Eisbader seid. dann haltet stattdessen nur eure Füße ins Wasser.