München steckt voller Geheimnisse, an denen ihr vielleicht schon dutzende Male vorbeigegangen seid, ohne es zu ahnen. Wenn ihr durch Schwabing spaziert und euch auf den Weg Richtung Englischer Garten macht, wartet in der Werneckstraße 24 ein echtes architektonisches Highlight auf euch. Obwohl es mitten in einem der beliebtesten Viertel der Stadt liegt, gehört das Schloss Suresnes zu den bestgehüteten Geheimtipps Münchens.
Zur Geschichte des Werneckschlößl

Die Geschichte dieses Anwesens beginnt im frühen 18. Jahrhundert. Erbaut wurde das Schlösschen zwischen 1715 und 1718, vermutlich nach den Plänen des Baumeisters Johann Baptist Gunetzrhainer. Auftraggeber war Franz von Wilhelm, der adlige Kabinettssekretär des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel.
Als der Kurfürst zeitweise ins französische Exil ausweichen musste, verbrachte sein Sekretär einige Monate im Château de Suresnes bei Paris. Inspiriert von den architektonischen Eindrücken aus Frankreich wurde Schloss Suresnes nach französischem Vorbild errichtet. Wegen seiner Adresse ist der Prachtbau vielen Einheimischen übrigens auch als Werneckschlößl bekannt.
Im Laufe der Jahrhunderte wechselten die Besitzer häufig. Doch besonders Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Schloss Suresnes zu einem Anziehungspunkt für die Münchner Kunstszene. Berühmtheiten wie Hans Reichel oder Paul Klee nutzten das Schlösschen zeitweise als Atelier.
Barocke Gartenanlage und exklusive Einblicke

Der zweigeschossige Bau besticht durch seine elegante Fassade und wird von einer wunderschönen Parkanlage umgeben. Es erwartet euch ein klassischer Französischer Garten, der den barocken Charme vergangener Zeiten perfekt widerspiegelt.
Heute befindet sich das Schlösschen im Besitz des Erzbistums München und Freising, nachdem dieses das Anwesen im Jahr 1937 erwarb. Seit 1967 dient das Gebäude als Tagungsstätte für die Katholische Akademie in Bayern.
Auch wenn die Innenräume daher leider nicht für den allgemeinen Publikumsverkehr zugänglich sind, lohnt sich ein Abstecher allemal. Bei eurem nächsten Spaziergang könnt ihr durch das Tor an der Werneckstraße einen herrlichen Blick auf die Fassade und die idyllische Gartenanlage werfen. So wird das Schloss Suresnes der perfekte Zwischenstopp für ein Stück französischen Flair mitten in Bayern!
ℹ️ Unser Geheimtipp: Am Tag des offenen Denkmals öffnet die Katholische Akademie ausnahmsweise die Türen des Anwesens für einen kostenlosen Rundgang. Dabei wird auch der denkmalgeschützte Viereckhof nebenan besichtigt, dessen Ursprünge bis ins späte 13. Jahrhundert zurückreichen. Es besteht die Möglichkeit, die Anlage auf eigene Faust zu erkunden oder an den Vorträgen zur Geschichte der Denkmale teilzunehmen.