Es wird immer offensichtlicher: Der Winter ist da in München. Und auch wenn das vor allem ziemlich viel Kälte bedeutet, heißt es auch: Es ist Backzeit. Aber nicht nur Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen lassen sich ganz einfach selbst herstellen und die dunkeln Stunden vertreiben. Warum nicht einmal etwas Ungewöhnlicheres ausprobieren? Pastéis de Nata sind ein kulinarisches Symbol Portugals und unwiderstehlich. Die Kombination aus der Süße der Creme, dem knusprigen, salzigen Teig und einer leichten Note von Zitrone oder Zimt macht die kleinen Törtchen so besonders.
Woher stammen Pastéis de Nata überhaupt?
Das Gebäck hat tatsächlich eine faszinierende Geschichte, was sie von vielen anderen Süßigkeiten unterscheidet. Denn erfunden haben sie katholischen Nonnen und Mönchen im Jerónimos-Kloster in Santa Maria de Belém bei Lissabon. Im 18. Jahrhundert nutzten sie Eiweiß, um ihre Kleider zu stärken. Dabei blieb das Eigelb übrig und da nichts weggeworfen werden sollte, verwendete man es in der Klosterküche. Die Notwendigkeit inspirierte die Arbeiterinnen zu einiger Kreativität: Denn so entstand letztlich eine Delikatesse – die Pasteis de Nata!
Nach der Schließung der Klöster im Jahr 1834 verkauften die Mönche das Originalrezept an eine Zuckerfabrik. Diese Fabrik begann daraufhin mit der Herstellung der berühmten „Pastéis de Belém“, die bis heute unter strengster Geheimhaltung des Originalrezepts in Lissabon verkauft werden. Alle anderen außerhalb dieser Bäckerei müssen sich Pastéis de Nata nennen. So auch wir in München. Und nach so viel Geschichte zu den kleinen Törtchen ist es Zeit, selbst ans Werk zu gehen.
Zutaten für ca. 12 Pastéis de Nata

Für den Teig
- 1 Rolle Blätterteig (ca. 275 g)
- 180 g Zucker
- 150 ml Wasser
Für die Cremé-Basis
- 200 ml Milch
- 15-20 g Mehl/Speisestärke
- 2 TL Zitronenschale oder Zimtstange
- 4-6 Eigelbe (Gr. M)
- Optional: Zimt und Puderzucker
Zubereitung: Schritt für Schritt erklärt

1. Den Teig vorbereiten
Vermischt Zucker, Wasser und Zitronenschale (oder Zimtstange) in einem Topf und lasst ihn auf mittlerer Hitze ca. 10 Minuten köcheln, bis ein dünnflüssiger Sirup entsteht. Wichtig: Abkühlen lassen.
Rührt dann Speisestärke und Mehl mit etwas Milch klumpenfrei an. Fügt die restliche Milch hinzu, kocht alles auf und lasst es unter Rühren andicken, bis sie puddinggleich ist. Darauf folgt der Zucker-Sirup, den ihr langsam und unter ständigem Rühren in die heiße Pudding-Basis gießt.
Das Eigelb rührt ihr anschließend in den noch warmen, aber nicht mehr kochenden Pudding ein. Achtung: Sofort gut verrühren, damit das Eigelb nicht stockt. Die Masse gießt ihr durch ein Sieb, falls Klümpchen entstanden sind. So wird euer Ergebnis schön fluffig.
2. Der Törtchen formen
Der authentischen, blättrigen Boden benötigt einen kleinen Kniff, damit ihr ihn auch wirklich richtig hinbekommt. Rollt den Blätterteig aus, bestreut ihn mit etwas Zimt und rollt ihn dann von den kurzen Seite zu einer Rolle auf. Die Teigrolle schneidet ihr dann in 12 gleich große Scheiben.
Fettet daraufhin eine Muffinform ein und legt jede Teigschnecke mit der Schnittfläche nach unten in eine Mulde. Mit dem Daumen oder einem kleinen Glasboden könnt ihr diese Scheiben von der Mitte aus so platt drücken und zu den Rändern hochziehen, dass der Teigboden und die Seiten dünn ausgekleidet sind. Am besten sollte der Teig leicht über den Rand hinausragen.
3. Backen, Servieren, Genießen

Und zu guter Letzt: Backt eure Törtchen. Dazu wird der Ofen wird auf extrem hohe Temperatur vorgeheizt (meist 220 °C bis 250 °C Ober-/Unterhitze oder 200 °C Umluft). Die hohe Hitze ist entscheidend für das Karamellisieren.
Die Creme füllt ihr bis kurz unter den Rand in die Teigförmchen. Dann backt ihr die Törtchen ca. 10 bis 15 Minuten. Ob sie fertig sind, erkennt ihr daran, dass die Füllung an der Oberfläche dunkle, karamellisierte Flecken bekommt.
Schon sind die fertig, die perfekten Pastéis de Nata! Am besten lauwarm mit einer Mischung aus Zimt und Puderzucker bestreuen und dann einfach nur genießen.