Rund um München liegen einige versteckte Orte, die uns in andere Welten versetzen. Nicht nur Ritterburgen und schneebedeckte Dörfer auf den Gipfeln der Alpen, auch mystische Klöster liegen in direkter Umgebung. In Wessobrunn findet ihr eine ganz besondere Form von spiritueller Kraft und künstlerischer Meisterschaft. Das kleine Dorf im Pfaffenwinkel ist bekannt für sein Kloster und einer uralten Legende. Gleichzeitig gibt hier keinen Massentourismus, sondern echte Entdeckungen. Wer den König-Ludwig-Weg wandert, kommt direkt hier vorbei.
Von himmlischen Leitern und dem ältesten Gebet

Das Kloster Wessobrunn verdankt seine Existenz einem Traum: Im Jahr 753 soll Herzog Tassilo III. auf der Jagd unter einer Linde geschlafen und von einer Himmelsleiter geträumt haben, an deren Fuß drei Quellen sprudelten. Genau dort gründete er das Kloster, das später zu einem der geistigen Zentren Bayerns wurde. Bei einer Führung durch das Kloster könnt ihr die wunderschön gestalteten Innenräume erleben. Und im Klosterladen findet ihr auch das ein oder andere Mitbringsel.
Doch Wessobrunn ist weit mehr als nur ein Klosterort. Hier wurde das berühmte „Wessobrunner Gebet“ gefunden: das älteste christliche Sprachdenkmal in deutscher Sprache. Es entstand tatsächlich schon um das Jahr 814. Es beschreibt in kraftvollen Worten die Erschaffung der Welt aus dem Chaos.
Heute: Wessobrunn als Kunstmagnet und Ruhepol

Heute findet ihr im Dorf Wessobrunn neben dem Kloster einen entspannten Rückzugsort. Schaut euch auch die Geschichte der „Wessobrunner Schule“ an: Über 600 Stuckateure und Baumeister wurden hier ausgebildet und prägten mit ihrem Handwerk den bayerischen Barock und das Rokoko in ganz Europa.
Und falls ihr nach so viel Kultur eine Pause braucht, liegt direkt vor der Haustür eines der ältesten Naturschutzgebiete Bayerns, der Paterzeller Eibenwald. Es ist der größte Eibenwald Deutschlands mit teils jahrhundertealten, mystisch verwachsenen Bäumen. Die Tassilolinde ist legendär: sie gilt heute als eine der bedeutendsten „Nationalerbe-Bäume“ Deutschlands. Mit einem Stammumfang von etwa 14 Metern ist sie ein perfektes Fotomotiv.