An den bayerischen Seen gibt es so allerlei Getier zu entdecken. Im Wasser tummeln sich Fische und Amphibien, auf dem Wasser Enten und Schwäne. Ein wahres Paradies für Wasservögel ist der Ismaninger Speichersee und im Waldschwaigsee gibt es eine Insel nur für Wildgänse. Reptilien hingegen sind ein eher seltener Anblick und beschränken sich wenn dann eher auf ein paar süße Schildkröten. Doch angeblich soll einmal ein Krokodil am Karlsfelder See entwischt sein, das seither nie mehr gesehen wurde. Heute verbringt ihr hier abwechslungsreiche Sommertage, ohne Angst vor einem Krokodilangriff haben zu müssen.
Emil, das Krokodil

Die Österreicher hatten Emil, den Elch, Bayern hatte Emil, das Krokodil. In den 1960ern soll der Dachauer Karl Hager als Student das Tier in der Zoohandlung entdeckt und erworben haben. Er taufte es auf den Namen Emil und hielt es zunächst in seiner Badewanne. Dieser entwuchs das Krokodil aber schnell, also begann Hager, es an der Leine zu führen und überall mit hin zu nehmen. So setzte er sich mit dem Tier in die Vorlesungen an der Uni oder führte es im Englischen Garten spazieren. Auch an den Karlsfelder See führte er Emil gerne aus und nahm ihn zu diesem Zweck in seiner Ente mit. Meistens blieb das Krokodil an der Leine, aber da es sich nicht viel bewegte, verzichtete Hager ab und zu auf diese.
So kam es, dass es ihm bei einem Ausflug 1967 an den See entwischte. Karl Hager stieg aus seiner Ente, um sich seine Badehose anzuziehen, als irgendetwas das Krokodil aufschreckte. Dieses flüchtete sich in den Karlsfelder See, wo es unterging. Vermutlich war das Wasser, das am Grund nur etwa 10°C beträgt, zu kalt für Emil, sodass dieser letztlich ertrank. Trotzdem machte man sich zunächst auf die Suche nach ihm, jedoch ohne Erfolg. Hager musste 35 DM Strafe zahlen und sah sein Krokodil, das genauer ein Kaiman war, nie wieder. Wie viel an der Geschichte wirklich dran ist, weiß keiner so genau. Emil gab es jedoch wirklich, das belegen Fotos aus der Zeit.
Spiel & Spaß am Karlsfelder See

Da sich die Geschichte mit Emil vor mittlerweile beinahe 60 Jahren zugetragen hatte und das arme Tier vermutlich ertrank, könnt ihr heute ganz bedenkenlos im Karlsfelder See baden. Das Wasser ist von hoher Qualität und lädt zum Schwimmen und Schnorcheln ein. Auf der 17 Hektar großen Liegewiese könnt ihr euch ein schönes Plätzchen suchen und ausspannen. Wer mehr Action braucht, findet rund um den See ein großzügiges Freizeitangebot. Kinder freuen sich gleich über mehrere Spielplätze, darunter einen Abenteuerspielplatz, und eine Minigolfanlage. Noch sportlicher wird es beim Beachvolleyball oder Tischtennis. Auch Bocciabahnen und sogar ein Skatepark stehen zur Verfügung. Am Karlsfelder See ist also wirklich für jeden etwas geboten.
Ihr könnt den See auch zu Fuß oder auf dem Fahrrad umrunden, wobei der Weg ungefähr 3 Kilometer lang ist. Dabei kommt ihr auch am Feuchtbiotop und dem Schallweiher vorbei, wo ihr Frösche und sogar Schildkröten erspähen könnt – aber keine Kaimane. Das gastronomische Angebot am Karlsfelder See ist ebenso vielfältig. Bei „Shato am See“ gibt es türkische Küche, im „Fifty Seven“ kostet ihr Burger und Bowls und natürlich gibt es einen klassischen Biergarten mit bayerischen Schmankerln. Ihr könnt an einem der Grillplätze aber auch euer eigenes Essen zubereiten.