Eigentlich müssen Hundehalter per Gesetz die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner einsammeln und entsorgen, doch der eine oder die andere nehmen es mit den Regeln nicht so genau. Bei Nichteinhaltung droht zwar ein Bußgeld, dafür müssten die Übeltäter aber erst einmal überführt werden. Das gestaltet sich in der Praxis aber oft als schwierig. Im spanischen Katalonien machen die Gesetzeshüter von einer besonderen Methode Gebrauch, um Hundehaufen auf Gehwegen den Kampf anzusagen.
Mit DNA-Test zum Erfolg

Die Theorie ist einfach: Mithilfe von DNA-Tests soll herausgefunden werden, von welchem Hund der zurückgelassene Haufen stammt. Dazu werden Kotproben in ein Röhrchen gefüllt und eingeschickt. Konnten das Tier und dessen Besitzer ermittelt werden, erfolgt ein Bußgeld. Durch die eindeutige Identifikation soll idealerweise verhindert werden, dass überhaupt noch Hundehaufen liegen bleiben.
Die Idee ist nicht neu. Schon 2016 startete die erste Gemeinde in Katalonien mit den Tests, weitere drückten Interesse aus oder folgten dem Vorbild, so nun auch Tordera. Wöchentlich durchstreift der Zivilschutz festgelegte Zonen nach nicht entsorgtem Hundekot und sammelt Proben ein. Den Haltern droht dabei ein Bußgeld von bis zu 500€.
Damit das System funktionieren kann, müssen die Hunde registriert werden, denn nur so ist eine Identifikation möglich. Die Stadt Málaga im Süden Spaniens hat eigens dafür 2017 mit dem Aufbau einer DNA-Datenbank für Hunde begonnen, wer sich nicht daran hält, zahlt eine Strafe. Auch in Neapel, London, Südtirol , Tel Aviv und Teilen der USA existieren die DNA-Tests bereits.
DNA-Tests für Hundehaufen in München zur Diskussion

10,5 Millionen Hunde gibt es in Deutschland und sie zählen damit zu den beliebtesten Haustieren. Alleine auf München entfallen mehr als 45.000 der beliebten Vierbeiner, die mehrmals täglich durch die Straßen, Parks und entlang der Isar Gassi geführt werden wollen. Nicht entfernte Hundehaufen sind dabei nicht bloß Dreck, der das Stadtbild trübt, sondern können auch gefährlich werden. Sehbehinderte Menschen beispielsweise hineintreten, ausrutschen und stürzen. Auf Spielplätzen wiederum könnten Kinder damit in Berührung kommen.
Deshalb stehen die DNA-Tests auch in München immer wieder zur Diskussion. Die Kosten, die so ein System mit sich brächte, könnten durch die Bußgelder wieder erwirtschaftet werden. Die Gegenseite hat jedoch Datenschutzbedenken und zweifelt, das sich die notwendige Datenbank aufbauen ließe. Die bayerische Gemeinde Rödelsee wagte 2019 bereits einen Vorstoß. Sie wollte Hundehaltern, die ihre Tiere freiwillig in der Datenbank registrieren ließen, die Hundesteuer erlassen. Der Datenschutzbeauftragte des Landes wusste dies aber zu verhindern.
Das Problem besteht also nach wie vor, eine Lösung scheint erst einmal nicht in Sicht. Einige Gemeinden setzten auf Bußgelder im vierstelligen Bereich, die zur Abschreckung dienen sollen. In München starten die Strafen bei 75€, gelangen aber schnell in den dreistelligen Bereich, wenn z. B. Spielplätze verunreinig werden. Vor DNA-Tests sind die Hundebesitzer Münchens erst einmal sicher.