Wer von München einen Badeausflug ins Umland unternehmen möchte, hat die Qual der Wahl. Vom „Bayerischen Meer“ über die „Bayerische Karibik“ bis hin zum allseits beliebten Starnberger See gibt es so einige populäre Gewässer im Umland. Gerade wenn man den Menschenmassen der Stadt aber lieber entkommen und etwas Ruhe genießen möchte, empfehlen sich diese Ziele eher weniger. Stattdessen solltet ihr einen kleinen, versteckten See wie den Hackensee aufsuchen. Denn auch wenn dieser nicht besonders groß ist, so steckt doch einiges in ihm.
Wundervolles Kleinod

Der Hackensee liegt bei Holzkirchen und speist sich aus dem Kirchseebach, der aus dem nahegelegenen Kirchsee entspringt. Wie dieser ist auch der Hackensee ein Moorgewässer und misst gerade einmal 600 Meter in der Länge und 180 Meter in der Breite bei einer Fläche von 8 Hektar. Seine maximale Tiefe beträgt 3,5 Meter, weshalb es durchaus passieren kann, dass ihr hier mit den Pflanzen auf dem Grund auf Tuchfühlung geht. Wenn euch das genauso wenig wie das trübe Moorwasser abschreckt, dann habt ihr hier einen ganz wunderbaren Badeplatz gefunden, den ihr euch nur mit wenigen anderen teilen müsst.
Anders als an vielen anderen bayerischen Badeseen gibt es am Hackensee keinerlei Infrastruktur. Kiosk, Biergarten oder Spielplatz sucht ihr hier vergebens. Es gibt aber mehrere Stege, die ins Wasser ragen und auf denen ihr euch niederlassen könnt. Lasst eure Füße über dem Wasser baumeln oder legt euch auf die Planken, um Sonne zu tanken. Eine große Liegewiese steht euch ebenfalls zur Verfügung, auf denen ihr euch ein Plätzchen suchen könnt. Genießt den schönen Ausblick über das Wasser und auf die Bäume, die das Ufer rundherum säumen. Auch für einen Spaziergang bietet sich das Gebiet rund um den Hackensee sehr gut an und lädt zum Durchatmen ein.
Die Sage um den Hackensee

So schön und idyllisch der Hackensee da liegen mag, so unheimlich ist die Legende, die sich um das Gewässer rankt. Angeblich soll ein Wassergeist auf dem Grunde des Sees wohnen, der sogenannte Hakenmann. Mit einem langen Haken zieht er seine Opfer zu sich ins Wasser und wartet, bis diese ertrunken sind. In Wahrheit leben aber natürlich nur Fische im Hackensee, die sich wiederum vor den Haken der Angelnden in Acht nehmen müssen, welche sich hier gerne aufhalten.
Der Hackensee war außerdem bereits in einem Film zu sehen. Regisseur Marcus H. Rosenmüller drehte hier vor 20 Jahren Szenen seiner Komödie „Wer früher stirbt, ist länger tot“. Im Film nimmt der See die Rolle des Danninger Weihers an – eine herausragende schauspielerische Leistung seinerseits, wie wir finden! Möchtet ihr einmal eine echte Filmkulisse besuchen oder einen ruhigen Badetag abseits der Massen verbringen, ist der Hackensee genau richtig für euch. Aber passt auf, das der Hakenmann euch nicht erwischt.