Beim Schlendern durch die Straßen Münchens entdeckt man eine Jugendstilperle nach der anderen und an Prachtstraßen wie der Ludwigstraße reiht sich ein eindrucksvoller Bau an den nächsten. Aber auch andere bayerische Städte wissen mit ihrer Architektur zu punkten und müssen sich nicht verstecken. Erlangen ist bekannt für seine barocken Bauwerke und weiß auch darüber hinaus mit einer Vielzahl an Sehenswürdigkeiten zu punkten.
Von der Villa zur Planstadt

Die Geschichte von Erlangen reicht bis über 1.000 Jahre zurück, als erstmals die Villa Erlangen entstand, was zur damaligen Zeit noch „Dorf“ bedeutete. 1431 fiel der Ort dem Hussiteneinfall zum Opfer und wurde in diesem Zuge zum ersten Mal zerstört. Im Laufe der Jahrhunderte sollte Erlangen dieses Schicksal noch weitere Male ereilen, bis nach dem 30-jährigen Krieg nicht mehr viel davon übrig blieb. Im Zuge dieses Wiederaufbaus legte man den Ort als Planstadt an, die dem goldenen Schnitt folgte.
Man begann im Jahr 1868 die ersten 50 von insgesamt 200 Häusern zu bauen, die dem Plan von Johann Moritz Richter folgen sollten. 1700 folgte der Bau des markgräflichen Schlosses, womit Erlangen sich zur Residenzstadt mauserte. Sechs Jahre später brannte die Altstadt nieder und wurde nach den Vorbildern der Neustadt als Planstadt wieder aufgebaut, sodass die Substanz der Altstadt eigentlich neuer als die der Neustadt ist. Sie zeichnet sich durch weite, gerade Straßen mit maximal dreistöckigen Häusern aus, deren barocke Fassaden sich alle ähneln. In der Altstadt findet ihr hingegen eine etwas individuellere Architektur.
Erlangen: Ort der Vielfalt

Erlangen gilt als eine der am besten erhaltenen barocken Planstädte Deutschlands und ist allein deswegen einen Besuch wert. Inmitten der Ensembles der Neustadt findet ihr das Schloss mit dem großzügigen Schlossgarten und dem Hugenottenbrunnen. Besonders im Frühling ist die Anlage ein herrlicher Anblick, wenn die überall die Blumen in den buntesten Farben erblühen. Direkt an den Schlossgarten schließt der botanische Garten an, den ihr kostenfrei besucht. In Erlangen gibt es außerdem diverse Palais und Kirchen, die ihr entdecken könnt, wie z. B. die Hugenottenkirche, deren Turm ihr besteigen könnt. Lasst euch auch den Schloss- und Marktplatz mit dem imposanten Paulibrunnen nicht entgehen!
Auch der Burgberg ist ein Muss, wenn es euch nach Erlangen verschlägt. Ob es hier jemals eine Burg gegeben hat, ist bis heute fraglich, aber trotzdem findet ihr hier mit der Burgbergkapelle das älteste Gebäude der Stadt. Im Berg befindet sich auch der ehemalige Bierkeller und ist bis heute Schauplatz der legendären Bergkirchweih. Sehnt ihr euch nach ein bisschen Kultur, schaut ein Stück im prunkvollen Markgrafentheater, dem ältesten noch bespielten Barocktheater Deutschlands. All das und noch viel mehr hat Erlangen zu bieten, weshalb es zurecht die Auszeichnung „Ort der Vielfalt“ trägt.