Die Wiesn gibt es schon seit über 200 Jahren und in dieser Zeit hat sie sich zum größten Volksfest der Welt gewandelt. International ist sie vor allem für ihre zünftige Gaudi bekannt: Millionen Liter Bier fließen jährlich in den Festzelte, wo zur Musik auf den Bänken getanzt wird. Dabei ist das Oktoberfest viel mehr als nur Party. Es ist Brauchtum und Tradition, was vor allem im Südteil der Theresienwiese deutlich wird. Hier findet ihr auf 3,5 Hektar die Oide Wiesn, wo der historische Aspekt im Vordergrund steht und alles etwas ruhiger zugeht.
Vom Jubiläumsevent zum festen Bestandteil
2010 feierte das Oktoberfest sein 200-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass veranstaltete man die „historsiche Wiesn“, die mit Böllerschüssen und Trachtenzug Eröffnung feierte. Es gab ein Festzelt, ein Museumszelt und nostalgische Fahrgeschäfte, sowie Spielbuden und Schmankerl. Dazu fanden jeden Tag Pferderennen statt, wie einst 1810 auf dem ersten Oktoberfest. Die Erwartungen der Veranstalter wurden bei weitem übertroffen: Statt den erhofften 300.000 Besuchenden kamen ganze 600.000 Menschen zur historischen Wiesn.
Das Jubiläumsevent war also ein voller Erfolg und wurde daraufhin zum festen Bestandteil des Oktoberfests. Nun brauchte sie noch einen Namen und die Bürgerinnen und Bürger durften ihre Vorschläge einbringen. Urwiesn, Minga-Wiesn, Altmünchner Wiesn, S’Wieserl… Die Ideen waren vielfältig, doch letztlich fiel die Wahl auf Oide Wiesn. Seit 2011 ist sie unter diesem Namen als Teil des regulären Oktoberfests vertreten, muss jedoch alle vier Jahre dem zentralen Landwirtschaftsfest weichen, das in diesem Turnus auf dem Südteil der Theresienwiese stattfindet.
Abseits des Wiesn-Wahnsinns

„Gmiatlich“ – so beschreiben die meisten Besuchenden die Oide Wiesn. Und genau diese Gemütlichkeit ist es, die sie an dem Volksfest schätzen. Weniger Party und Adrenalin als auf dem großen Fest, dafür auch weniger Gedränge und weniger betrunkenes Publikum. Die Oide Wiesn ist nämlich durch einen Zaun vom restlichen Festgelände abgetrennt und kostet tagsüber 4€ Eintritt. Das mag gerade das Partyvolk davon abhalten, sich hierher zu verirren. Dafür kosten die Fahrgeschäfte nur 1,50€ und ab 21 Uhr ist auch der Eintritt auf die Oide Wiesn selbst kostenlos.
Vor allem Familien mit Kindern schätzen den eher ruhigeren Teil und die günstigen Preise der Schausteller. Ihr könnt auf dem Kettenflieger von 1919 eure Runden drehen, den letzten Autoscooter mit Holzpfosten austesten und beim Dosenwerfen tolle Preise abräumen. Natürlich gibt es auch Standl mit leckeren Schmankerln und Lebkuchenherzen als Mitbringsel. Aber alles fällt kleiner und ruhiger aus als bei der Gaudi nebenan.
Zelte auf der Oidn Wiesn

Aber natürlich könnt ihr auch auf der Oidn Wiesn zünftig feiern. Drei Festzelte stehen euch zur Verfügung, in denen bayerische Musik gespielt und getanzt wird. Dazu gibt es Bier in Steinkrügen und gutbürgerliche Küche. Im Museumszelt gibt es dagegen noch mehr Geschichte für euch mit Exponaten aus dem Stadtmuseum und der Münchner Schausteller-Stiftung. Außerdem gibt es hier von Montag bis Freitag jeden Tag ein Kinderprogramm, bei dem sich die Kleinen entweder schminken lassen oder von Clowns zum lachen bringen lassen können.
Die Oide Wiesn misst mittlerweile 3,5 Hektar im Süden der Theresienwiese und hat während des Oktoberfests täglich ab 10 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 4€ und ihr könnt die Tickets entweder vor Ort, an der Touristinformation oder online erstehen. Ihr erhaltet einen Stempel, damit ihr das Gelände verlassen und später wieder betreten könnt, ohne noch einmal zahlen zu müssen. Ab 21 Uhr ist der Besuch außerdem kostenlos.
📍 Ort: Südteil der Theresienwiese
📅 Termine: Samstag, 19. September bis Sonntag, 04. Oktober
🕐 Öffnungszeiten: Mo-Do & So 10 bis 23:30 Uhr, Fr & Sa 10 bis 24 Uhr
💶 Preisinformation: 4€ Eintritt, ab 21 Uhr kostenlos