München strotzt geradezu von schöner Architektur und prunkvollen Bauten. Gerade die älteren Stadtviertel zeichnen sich durch den romantischen Jugendstil aus. Und trotzdem gibt es auch in unserer Stadt eine Nachbarschaft, die besonders traumhaft aussieht und fast wie aus der Zeit gefallen wirkt. Die Borstei in Moosach ist wie eine eigene kleine Traumwelt im Großstadtdschungel, hinter der eine spannende Geschichte steckt.
Ein kleines Paradies in der Stadt

Bernhard Borst erwarb in den 1920er Jahren ein Grundstück vor den Münchens für sein Bauunternehmen, auf dem er auch Wohnungen entstehen sollten. Nach einem gescheiterten Wettbewerb entwarf er die Anlage schließlich selbst, wobei sein Unternehmen darauf keinen Platz mehr fand. Stattdessen ließ er von 1924 bis 1928 eine komfortable Siedlung bauen, die das Leben der Bewohner deutlich erleichterte.
In der Borstei befindet sich die erste Zentralheizung Deutschlands, die bis heute Verwendung findet. Zur damaligen Zeit war dies kein Standard. Andere Annehmlichkeiten in der Borstei waren fließendes Warmwasser, Telefone, Herde, eigene Bäder und beheizte Garagen. Innerhalb der Siedlung gab es mehrere Läden sowie Handwerker, die den Bewohnern für Arbeiten zur Verfügung standen. In der Anlage gibt es mehrere kunstvoll gestaltete Innenhöfe, in denen die Anwohner gemeinsam verweilen können.
Wohnen trifft auf Kunst in der Borstei

Die Borstei besteht aus insgesamt 77 Häusern mit 2- bis 5-Zimmer-Wohnungen, die sich auf ein Grundstück mit ca. 70.000 Quadratmetern Fläche erstrecken. Sie bilden sieben Innenhöfe, von denen ihr die meisten betreten könnt. Unter ihnen befindet sich auch ein Rosengarten, in dem die Blumen im Juni herrlich blühen und ihren Duft verströmen. In den Höfen findet ihr außerdem neun Brunnen und 51 Skulpturen, wodurch die Gärten zu eigenen kleinen Freilichtmuseen werden. Die Häuser wiederum tragen schmuckvolle Stuckverzierungen und Reliefs. Alleine für den Anblick lohnt sich ein Abstecher in die Borstei.
Neben der zauberhaften Architektur könnt ihr in der Borstei aber auch einkaufen. Ihr findet hier gleich mehrere Läden, die euch beispielsweise mit Schreib- oder Backwaren versorgen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Dienstleistungen, wie Friseur, Kosmetikstudio, Ärzte, Änderungsschneiderei und Fotostudio. Auch ein kleines Café ist hier anzutreffen, in dem ihr euch niederlassen könnt. Zu guter Letzt solltet ihr euch das Borsteimuseum ansehen, wo ihr mehr über die Geschichte und Entwicklung dieser besonderen Siedlung erfahrt. Der Eintritt ist frei, ist müsst euch jedoch vorher anmelden.