Auch wenn der eigentliche Sommer uns in München noch bevorsteht, so werden die Tage ab Ende Juni bereits wieder kürzer. In den alpenländischen Regionen gibt es mit den Bergfeuern eine ganz besondere Tradition, mit der die Sommersonnenwende am 21. Juni begangen wird. In Österreich und Bayern brennen rund um den Termin zahlreiche Feuer in den Bergen, um den längsten Tag des Jahres zu zelebrieren. Die Bergfeuer Ehrwald zählen dabei zweifelsohne zu den beliebtesten, wenn am dritten Juniwochenende auf den Bergrücken zahlreiche Motive aufflammen und eine stimmungsvolle Atmosphäre kreieren.
Alpenländischer Brauch

Die Sonnenwendfeuer sind eine jahrhundertealte Tradition, die ursprünglich dazu diente, böse Geister und Dämonen zu vertreiben. Zugleich feierte man in Bayern und Österreich auf diese Weise den Beginn des Sommers und die kürzeste Nacht des Jahres. Im 18. Jahrhundert kam es in Triol vermehrt zu Bergfeuern, da man sich auf diese Weise während der napoleonischen Kriege göttlichen Beistand erhoffte. Damit gewann der Brauch zur Sommersonnenwende zusätzlich an Intensität.
In Ehrwald entzündete man 1948 erstmals nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder die Bergfeuer, um die Kirchenglocke zu weihen. Seither ist das Bergfeuer Ehrwald wieder Tradition und wurde 2010 sogar zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe. Heute verfolgen das Spektakel in der Zugspitzarena zahlreiche Menschen, die sich vom goldenen Schein der Flammen verzaubern lassen.
Die Bergfeuer Ehrwald heute
Seit den 1940ern haben sich die Bergfeuer in Ehrwald stets weiterentwickelt. Zu Beginn zeigten sie nur wenige Motive und es brannten auch viele gewöhnliche Feuer, die nichts darstellten. Heute betreibt die Ehrwalder Vereinsgemeinschaft großen Aufwand, um euch ein unvergessliches Erlebnis zu liefern. Die Motive werden digital entworfen und auf möglichst umweltschonende Art umgesetzt. Statt Autoreifen und Blechdosen verbrennt man heute Pappbecher und Säcke mit Sägemehl und Rapsöl. Bergsteiger bringen diese in die Berge und ordnen sie nach den Vorlagen an. Dabei müssen sie das Gelände berücksichtigen und die Säcke entsprechend sichern, damit diese an Ort und Stelle bleiben.
Am dritten Samstag im Juni ist es dann soweit und die Bergfeuer Ehrwald werden entzündet. Bis zu 10.000 einzelne Feuer brennen auf den Bergketten und zeigen die verschiedensten Motive. Dabei entsteht ein cooler 3D-Effekt, der euch schon von weitem entgegen leuchtet. Die Zugspitzarena geht in Flammen auf und erzählt von Mystik, Spiritualität aber auch von der Natur. Tausende Menschen reisen jährlich an, um dieses atemberaubende Ereignis nicht zu verpassen. Wollt ihr mit dabei sein, empfiehlt sich daher eine frühe Anreise. 2026 könnt ihr die Bergfeuer Ehrwald am Samstag, den 20. Juni ab ca. 21:45 Uhr betrachten. Und falls euch dieses leuchtende Spektakel noch nicht reicht, dann solltet ihr im August bei der DroneArt-Show in München vorbeischauen.