Das Leben in München kann aufregend sein. Jeden Monat warten neue Unternehmungen auf uns, jedes Wochenende gilt es, etwas anderes zu entdecken. Das ist bestens so, aber kann auch schnell zu viel sein. Glücklicherweise gibt es rund um unsere Landeshauptstadt genug Natur und Erholungsorte. Wer statt Wanderung oder Wellness-Oase etwas Kultur und Geschichte erleben will, kann aber auch dafür den Massentourismus vermeiden. Das Besondere am Dorf Bayrischzell ist die Unaufgeregtheit. Hier bestimmt die herzliche Gastlichkeit und frische Bergluft das Leben.
Besonders praktisch: Die Anreise aus München ist denkbar einfach. Mit der Bayerischen Regiobahn (BRB) seid ihr in etwa 80 Minuten direkt am Bahnhof Bayerischzell, ohne auch nur einmal umsteigen zu müssen.
Ein kleines Dorf mit großer Filmkulisse

Bayrischzell hat seine Wurzeln tief im Mittelalter, als hier im Jahr 1076 ein Kloster gegründet wurde, das jedoch bald darauf nach Fischbachau umzog. Übrig blieb eine kleine Siedlung, die seit 1832 offiziell Bayrischzell genannt wird. Erst seit 1900 erreichten die ersten Besucher:innen den Ort – besonders viele sind es bis heute aber nicht.
Hier wurde im Jahr 1883 der erste Gebirgstrachten-Erhaltungsverein Bayerns gegründet. Was heute weltweit als Symbol für Bayern bekannt ist – die Lederhose und das Dirndl – fand hier seinen Ursprung im Wunsch, die heimischen Traditionen vor dem Vergessen zu bewahren.
Das Dorf sieht so typisch bayrisch aus, dass es bereits mehrfach als Filmkulisse diente. Im Herbst 2007 drehte Regisseur Rainer Kaufmann in der Umgebung von Bayrischzell den ZDF-Fernsehfilm „Das Beste kommt erst“. Auch der Film „Erben will gelernt sein“ wurde in Bayrischzell gedreht ebenso wie die Fernsehserie „Frühling“.
Das könnt ihr heute in Bayrischzell erleben

Heute ist das Dorf ein Paradies für alle, die das „echte“ Bayern suchen. Es ist ein heilklimatischer Luftkurort mitten in den bayrischen Voralpen. Das absolute Highlight direkt vor der Haustür ist der Wendelstein. Mit der legendären Zahnradbahn oder der Seilbahn erreicht ihr den Gipfel auf 1.838 Metern. Oben warten die höchstgelegene Schaukirche Deutschlands und eine beeindruckende Höhle. Und hier könnt ihr natürlich auch bestens wandern gehen. Der „Wendelstein-Männlein-Weg“ ist besonders für Familien geeignet. Wer es wilder mag, wandert zu den nahen Tatzelwurm-Wasserfällen.
In der kalten Jahreszeit verwandelt sich das Dorf in ein Wintersportzentrum. Das Skigebiet Sudelfeld ist eines der größten zusammenhängenden Gebiete Deutschlands mit 19 Liftanlagen und 31 Kilometer Piste. Im Sommer sind auf insgesamt 28 Kilometern mehrere Nordic-Walking-Touren abgesteckt. Auch wenn Bayrischzell klein ist, langweilig wird es hier nicht!