Von Anfang an war klar, dass das Fat Cat nicht von Dauer sein wird. Das heißt jedoch nicht, dass der Abschied weniger schmerzt. Denn das Ende der Zwischennutzung bedeutet auch ein Einschnitt in die Münchner Kulturlandschaft. Drei Jahre lang hat uns das Kulturzentrum mit über 50 Events im Monat versorgt und bot zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern Raum für ihr Schaffen. Nun ist der letzte Tag gekommen und das Fat Cat schließt endgültig seine Pforten. Nach dem Blitz und dem DNA verschwindet damit eine weitere Institution des kulturellen Lebens in unserer Stadt.
Dringender Sanierungsbedarf: Warum das Fat Cat schließt

Die Geschichte des Gasteigs reicht zurück bin in die 1980er. Damals wurde das Kulturzentrum „am gachen Steig“ gegründet und verdankt seiner Name der geografischen Lage in Haidhausen, über der Isar. Der Gebäudekomplex bietet auf rund 80.000 m² Platz für Musik, Kunst, Austausch und Begegnung und wird zentrale Anlaufstelle für Münchens Kulturszene. 2018 beschließt die Stadt die Generalsanierung des Gebäudes und der Gasteig muss vorübergehend ausziehen. Sein neues Quartier schlägt er 2021 in Sendling auf, in der Hans-Preißinger-Straße 8.
Und der Gasteig am Rosenheimerplatz? Bleibt erst einmal leer. Bis 2023 das Fat Cat zur Zwischennutzung einzieht und aus dem alten Gasteig wieder ein Kulturzentrum macht. Drei Jahre durfte es bleiben, doch nun steht das Ende unmittelbar bevor. Mittwoch, der 30. September 2026 ist der Tag, an dem das Fat Cat schließt und alle Mieterinnen und Mieter draußen sein müssen. Letzte Technik und Installationen werden bis 31. Oktober entfernt, damit dann im November die Abschaltung der Wasser-, Strom- und Gasversorgung erfolgen kann. Mit der Entfernungs der Schadstoffe wie Asbest will die Stadt dann 2027 beginnen. Bis 2034 soll die Generalsanierung abgeschlossen sein und der alte Gasteig in neuem Glanz erstrahlen.
1.000 Künstlerinnen und Künstler ziehen aus

Das Fat Cat war nicht nur reiner Veranstaltungsort, sondern bot die alten Seminarräume und Büro des Gasteigs zur Miete an. So entstanden rund 200 Ateliers, Werkstätte und Proberäume. Sogar die Sportfreunde Stiller nutzten das Fat Cat, um ihre Songs zu proben. Einige der Künstlerinnen und Künstler haben bereits eine neue Bleibe gefunden, andere sind noch auf der Suche. Der Comedyclub von Micheal Mittermeier, Lucky Punch, wird uns weiterhin auf verschiedenen Bühnen der Stadt erhalten bleiben. Eine feste neue Location gibt es, zumindest bisher, nicht. Das Ballet of Lights dagegen hat den Carl-Orff-Saal gegen die Freiheitshalle eingetauscht.
Bei anderen Projekten bleibt bisher offen ob, wo und wann wir sie wiedersehen werden. Der Kulturdachgarten ist schon einmal umgezogen, vom ehemaligen Alpina Parkhaus aufs Fat Cat. Es besteht demnach Hoffnung, dass er für den nächsten Sommer wieder eine neue Bleibe finden wird. Die Werkzeugbibliothek wiederum verfügt über weitere Standorte im Werksviertel und in Trudering, auf die ihr ausweichen könnt. Trotzdem geht dadurch, dass das Fat Cat schließt, eine Ära zu Ende. Es bleibt zu hoffen, dass es in naher Zukunft ein ähnliches Projekt in München geben wird, das Künstlerinnen und Künstler zusammen bringt und so Neues entstehen lässt.