Fruchtiges Tomatensugo, knuspriger Boden und Mozzarella, der lange Fäden zieht – es geht doch nichts über eine handgemachte, ofenfrische Pizza. Heute gibt es die Köstlichkeit in allen Variationen an jeder Ecke der Stadt und selbst als Veganerin oder Veganer müsst ihr nicht darauf verzichten. Das sah vor ein paar Jahrzehnten aber noch anders aus. Bis in die Mitte der 1960er musstet ihr als Münchnerin oder Münchner nach Italien fahren, wenn ihr in den Genuss von Pizza kommen wolltet. Doch dann eröffnete das „Bei Mario“ und brachte ein weiteres Stück italienische Gastronomie in die bayerische Landeshauptstadt. Ein Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält.
Die erste Pizza Münchens

Mario Gargiulo wuchs mit seinen sechs Geschwistern südlich von Neapel auf. Eines Tages verliebte er sich in eine Frau aus Ravensburg und verließ ihretwillen sein Heimatland. Als gelernter Koch wollte er ihren Vater in dessen Lokal in Memmingen unterstützen, doch es kam anders. Er landete 1959 in München, wo er spontan als Küchenchef anheuerte und 1966 schließlich sein eigenes Restaurant gründete, das „Bei Mario“. Italienische Restaurants gab es bereits in der Stadt, doch keines davon servierte Pizza.
Das änderte sich mit der Gründung von Marios Restaurant in der Hiltenspergerstraße. Die Beziehung zu der Frau aus Ravensburg war mittlerweile zerbrochen, trotzdem blieb er in Deutschland und segnete die Stadt mit der ersten Pizza. Und das mit Erfolg: 1971 eröffnete er einen zweiten Standort in der Luisenstraße, 1971 einen dritten in der Adalbertstraße. An letzterem befindet sich das einzig verbliebene „Bei Mario“, das bis heute Bestand hat. Bis zu seinem Tod mit 81 Jahren stand Mario am Pizzaofen, heute führt seine Tochter Marie-Lisa das Restaurant.
Klassisches Ambiente im „Bei Mario“
Anders als andere Italiener im Univiertel ist „Bei Mario“ kein minimalistisches oder modernes Hochglanzrestaurant, das besonders „instagramable“ aussieht. Stattdessen findet ihr euch hier in einem bodenständigen Familienbetrieb mit uriger Einrichtung wieder, der euch in das klassische Italien aus dem 20. Jahrhundert entführt. Beim Ambiente setzt man vor allem auf Gemütlichkeit und eine heimelige Atmosphäre.
Kulinarisch ist natürlich die Pizza der Star, doch auch Pastagerichte und Risotto sind auf der Karte zu finden. Für Naschkatzen gibt es eine große Auswahl an Nachtische und ihr schlemmt euch durch Pannacotta, Gelato, Tiramisu und Tartufo. Wer Geld sparen will, kommt zur Mittagspause vorbei, wenn es die Pizza schon ab 8€ gibt.