Der Countdown läuft: Nur noch wenige Tage, bis der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) seine finale Entscheidung darüber trifft, welche deutsche Stadt für eine Bewerbung ins Rennen gehen darf. Voraussichtlich wird die Wahl am Wochenende entweder auf Köln oder München fallen. Die bayerische Landeshauptstadt hat nun kurz vor dem entscheidenden Tag bekanntgegeben, dass man mit Kiel als Segelstandort ins Rennen gehen möchte. Damit setzt München auf eine altbewährte Zusammenarbeit.
Nach 1972: Erneut Kiel als Segelstandort

Bereits bei den Olympischen Sommerspielen 1972 hatten sich Kiel und München zusammengetan und die Wettbewerbe im Segeln in Schleswig-Holstein ausgetragen. Auch dieses Mal möchten die beiden Städte kollaborieren, sollte München tatsächlich die Spiele ausrichten. Kiel gilt als Zentrum des deutschen Segelsports und auch der Bayerische Segelverband hat hier seinen Standort. Die Austragung der Küstendisziplinen an der Ostseestadt genießt großen Rückhalt der Bevölkerung vor Ort und durch die deutschen Segelverbände.
Nach der bewährten Partnerschaft 1972 scheint die Wahl für Kiel als Segelstandort vonseiten Münchens offensichtlich. Politiker beider Landeshauptstädte äußerten sich positiv über die erneute Zusammenarbeit und sprachen von einem perfekten Match. Köln hat dagegen noch keine Ankündigung hinsichtlich seines Segelstandorts für die Spiele gemacht.
Kopf-an-Kopf-Rennen

Ob München sich tatsächlich für die Olympischen Spiele bewerben darf, steht bislang noch nicht fest. Am Samstag, den 26. September wird der DOSB seine Entscheidung in Baden-Baden treffen. Zur Auswahl stehen derzeit Berlin, München und die Region Rhein-Ruhr mit Köln als Hauptstandort. Die Wahrscheinlichkeit, dass Berlin sich durchsetzen wird, ist jedoch tendenziell eher gering, da die Befürwortung sowohl aus der Bevölkerung als auch vonseiten der Politik fehlt. In München und Köln haben die Bürgerinnen und Bürger hingegen per Volksentscheid mehrheitlich für eine Bewerbung gestimmt.
Aktuell handelt man München als Favoriten, da die Stadt bereits Erfahrung mit der Ausrichtung der Spiele hat. Nach der Vergabe der Leichtathletik WM 2031 an die Isarmetropole, rechnet man sich zusätzlich gute Chancen aus. Des weiteren gilt München nach einem aktuellen Ranking als eine der 10 besten Sportstädte der Welt. Sollten wir das Rennen machen, gilt es im nächsten Schritt das International Olympic Committee zu überzeugen, die im März 2027 eine erste Vorauswahl über die Vergabe der Sommerspiele für 2036 trifft. Nach mehreren gescheiterten Bewerbungen wären es die ersten Olympischen Spiele in Deutschland, sollte München es schaffen sich durchzusetzen.