Wandern ist wohl eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Münchnerinnen und Münchner und jedes Wochenende strömen sie dafür an die traumhaft schönen Orte des Umlands. Manche davon haben ihre Gestalt an die Touristenmassen angepasst, andere wiederum wurden nahezu in ihrem Ursprungszustand gelassen. Falls ihr eher auf einen Ort der zweiten Sorte Lust habt, dann ist das Höllbachgespreng im Bayerischen Wald genau richtig für euch.
Auf Wanderschaft im Urwald

Das Höllbachgspreng entstand bereits in der Eiszeit und liegt unterhalb des Großen Falkensteins im Bayerischen Wald. Es handelt sich bei dem Areal um einen der letzten Urwälder Europas, der angeblich auf Geheiß von König Max II. in diesem Urzustand belassen wurde. Seit 1860 ist das Höllbachgspreng Naturschutzgebiet und bleibt von der forstlichen Nutzung verschont. Es zeichnet sich dabei in erster Linie durch seine hohen, steilen Gneiswände und die vielfältige Pflanzenwelt aus. Auf den Abhängen findet ihr eine Mischung aus Laub- und Nadelbäumen, wie Ahorn, Ulmen, Fichten und Tannen. Weiter wachsen hier seltene Pflanzen wie Siebenstern, Sonnentau, Ungarischer Enzian und die Schwefelflechte.
Durch das felsige Gebiet fließt der namensgebende Große Höllbach und bildet dabei mehrere kleine Kaskaden. Am nördlichen Ende des Tals bildet er einen 10 Meter hohen Wasserfall, der überwiegend über die Felswand gleitet. Sein wildes Sprudeln und Rauschen begleitet euch auf eurem Weg durch den Urwald und unterstreicht die mystische Atmosphäre des Gebiets. Wagt euch vorbei an wuchernden Pflanzen, umgestürzten Bäumen und hohen Felswände, während ihr euch dem Großen Falkenstein immer nähert. Auf dieser Wanderung fühlt ihr euch wie ein Abenteurer in einer fantastischen Welt.
Durchs Höllbachgspreng auf den Falkenstein
Es gibt mehrere Startpunkt rund um das Höllbachgspreng, von wo ihr euch auf Wanderschaft begeben könnt. Falls ihr mit dem Auto anreist, könnt ihr euch von den Parkplätzen in Scheuereck, am Zwieslerwaldhaus und an der Weißen Brücke aus auf den Weg machen. Des weiteren bringen euch die Igelbusse des Bayerischen Walds in die Nähe des Gsprengs. Von der Höllbachschwelle aus führt euch dann ein Wanderweg in etwa 1,5 Stunden durch den Urwald und hinauf zum Gipfel des Großen Falkensteins.
Ihr solltet euch nur auf diese Wanderung wagen, wenn ihr über eine gute Trittsicherheit verfügt und geübte Wanderer seid. Die Wege sind steil, uneben und teilweise durch Hindernisse blockiert, die ihr überklettern müsst. Es handelt sich insgesamt um eine eher anspruchsvollere Tour. Des weiteren ist der Weg durch das Höllbachgspreng von Februar bis Juni gesperrt, um die Wanderfalken zu schützen, die zu dieser Zeit in dem Gebiet brüten. Darüber hinaus herrscht ein Kletterverbot an den Felswänden der Schlucht. Falls ihr euch nicht alleine auf eigene Faust auf Wanderschaft begeben wollt, könnt ihr eine Tour buchen, bei der ihr mehr über Flora und Fauna sowie Beschaffenheit des Urwalds lernt.